Full text: Linz und seine Umgebungen

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Ländern findet, sieht man hier, die Felsen an der 
Donau ausgenommen, die meisten bis an den Gipfel 
urbar gemacht, und mit üppigen Fluren bedeckt. 
Der größte Theil von Linz liegt sehr deutlich vor 
dem Auge ausgebreitet; bey heiterem Wetter erblickt 
man sogar die obern Vergoldungen der Dreyfaltigkeits- 
säule, welche im Glänze der Sonne gleich einem Stern 
erscheinen. Dennoch sieht man von Linz weniger als 
zu St. Magdalena, weil auch hier der Schloßberg einen 
Theil verdeckt. Wer die Stadt so weit als möglich über- 
schauen wollte, müßte auf den Pfennigberg gehen, 
wo der Schloßberg nur die dahinter liegenden Häuser 
verbergen kann; nach diesem höchsten Puncte in der 
Nahe von Linz ist aber, wegen der Donau, der Weg 
weiter und dabey beschwerlicher, als daß er durch die 
Aussicht genug belohnt würde, weil sie nach Norden 
auch bald wieder beschränkt wird, und überdieß Venia 
Reitz darbiethet. 1 
Den Pöstlingberg besteigt man bequem in einer 
kleinen Stunde auf dem nächsten Wege, welcher über 
Urfahr unmittelbar dahin führt, und wo man, bevor 
man den Gipfel erreicht, bey einem Wirthshause vor- 
beykömmt. Zwar ift der Weg etwas steil, doch lohnt 
es sich durch die schöne Aussicht, da man auf dem be¬ 
quemern, aber auch um vieles weitern Wege über den 
Hagen sehr wenig Schatten hat. Auf dem Gipfel des 
Berges steht eine mit Blitzableiter versehene Kirche, 
deren Inneres sehr gefällig ist, weil es mit Gesthmack 
Einfachheit vereinigt. Auf dem Hochaltar dieser Kirche , 
'st em Marienbild, zu welchem Wahlfahrten geschehen. 
Um alle Reitze, welche die nächste Umgebung von 
Ober - Oesterreichs Hauptstadt reichlich darbiethet, ge- 
nießen zu können, vergesse kein Fremder, die ganze 
Kette der 22 Besestigungs - Thürme abzugehen, und 
besonders bey den Thürmen an der Nord- und West-
        

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