Full text: Linz und seine Umgebungen

— 405 - 
und auf solche Weise noch mehreren Häusern die EnV- 
stehung zu geben. Steyr blieb die Residenz der Mark- 
grasen und nachherigen Herzoge von Steyermark, bis 
sie solche im zwölften Jahrhundert nach Grätz verlegten. 
Durch ein Vermächtuiß des letzten Herzogs von Steyer- 
mark kam es 1186 an die Herzoge von Oesterreich. 
Nach dem Erlöschen des Babenbergischen Stammes 
hatte es kurze Zeit wieder einen eigenen Grasen, wel- 
eher es aber, gegen die Herrschaft Leonstein, an den 
König Ottoear vertauschte. Mit den übrigen österrei- 
chischen Ländern gelangte Steyr an das Haus Habs-- 
burg, und wurde bald von einem Nebenzweige dessel¬ 
ben, bald von einem Burggrafen oder Pfandinhaber 
regiert. Diese Burggrafen bestanden bis 1621, wo 
Kaiser Ferdinand II. dem letzten derselben, einem ge- 
dornen Grafen von Samberg, mit dem Schlosse und 
der Herrschaft Steyr, der größten in Ober-Oesterreich, 
ein Geschenk machte. Die Stadt, welche schon früher 
Ober-Oesterreich zugetheilt, und zu einer landesfürst- 
liehen Stadt erhoben worden war, blühte durch Handel 
und Gewerbe zu so hohem Flore auf, daß sie im sech- 
zehnten Jahrhunderte, Wien ausgenommen, für die 
reichste Stadt des ganzen Landes galt. Mit den Pro- 
ducten ihres Fleißes machte sie große Geschäfte nach 
allen Gegenden hin, selbst über Venedig nach andern 
Welttheilen. Durch das Sinken des venetianischen 
Handels bekam begreiflich auch der ihrige einen Stoß, 
doch litt die Stadt, welche neue Handelszweige auf- 
suchte, dadurch weniger, als durch die Anhänglichkeit 
des größern Theiles ihrer Bürger an die Reformation 
Luthers und ihre daraus erfolgte Theilnahme an dem 
Bauernkriege. Einige ihrer Bürger wurden Oberhäup- 
ter der unruhigen Bauern, und fanden deßhalb ihren 
Tod auf dem Blutgerüste, während andere wegen der 
Religion auswanderten. Doch auch von diesem Verluste
        

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.