Full text: Linz und seine Umgebungen

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Die genannten, ursprünglich verschiedenen drey Orte 
machen zusammen die Stadt Steyr aus. 
In allen kaiserlichen Werken, so wie in den Werk- 
statten für die kaiserliche Rechnung werden gegenwärtig 
bettächtlich weniger Menschen beschäftigt, als solches 
mehrentheils der Fall ist, weil die Waffenvorräthe ohne- 
hin schon groß genug sind, und in allen Zweigen des 
Finanzwesens alle möglichen Ersparnisse gemacht wer- 
den. Auch in den meisten übrigen Werkstätten arbeitet 
man jetzt, wo der Verschleiß etwas stockt, weit wem- 
ger als sonst, daher viele Arbeiter entlassen worden sind. 
Wahrscheinlich wird jedoch in alle diese Werkstätten in 
kurzem die vorige Thätigkeit zurückkehren, besonders 
wenn der Handel nach der Türkey nicht mehr mit so 
vielen Schwierigkeiten verbunden ist, als jetzt, während 
des Krieges daselbst, und dann kann es nicht fehlen, 
daß auch die Bevölkerung von Steyr sich wieder ver- 
mehrt. 
Die eigentliche Stadt ist nicht groß, außer dem 
schönen mit Springbrunnen verzierten, vorzüglich sehr 
langen Platze, besteht sie nur aus wenigen Straßen 
und einzelnen Häusern, die am linken Ufer der Enns 
hinlaufen. Unter mehreren schönen Gebäuden derselben 
zeichnet sich das Rathhaus besonders aus, welches 1762 
die gefällige Form erhielt, durch die es sich von gewöhn- 
lichen Privathäusern unterscheidet. Zwar hat es keine 
beträchtliche Fronte, dagegen eine sehr ansehnliche Tiefe, 
denn es erstreckt sich, wie mehrere Häuser auf dieser 
Seite, bis an die Enns hinab. Die Pfarrkirche ist ein 
ehrwürdiges Denkmahl des gothischen Styles, welchem 
man Erhabenheit nie wird absprechen können, wenn 
er auch weniger schöne Formen darstellt, als die grie- 
chische und römische Baukunst. Die Dominicaner- 
Kirche am Platze ist besonders wegen ihren guten, wohl- 
erhaltenen Glasmahlereyen merkwürdig. Die heitere
        

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