Full text: Linz und seine Umgebungen

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nung. Diese befinden sich fämmtlich unter dem Him¬ 
mel, mit Ausschluß des Institutes für Büchsenmacher- 
Lehrlinge, welches in dem vormahligen Jesuiter - Colle- 
gium in Steyrdorf ist. Hier werden aus den Erziehungs- 
Häusern verschiedener Regimenter 60 Knaben aufgenom- 
men, welche mit dem fünfzehnten Jahre eintreten, un- 
tcr der Aufsicht eines Artillerie - Hauptmanns stehen, 
und in einer Lehrzeit von gewöhnlich sechs Jahren eine 
Muskete vollkommen verfertigen lernen, bis auf die 
Vorbereitungsarbeiten, welche schneller und mit mehr 
Genauigkeit in den Mohrhämmern und Bohrmühlen ge¬ 
macht werden. Haben diese Zöglinge ausgelernt, so 
kommen sie zu den Regimentern in die Zeughäuser, 
oder in die kaiserlichen Fabriken. Bcy mehrerer Arbeit 
beschäftigt man auch Büchsenmacher-Gesellen, welche 
Sold und Unterhalt, und für die Arbeit, die sie über 
den bestimmten Satz liefern, Aneiferungsgeld erhalten. 
Die an der Steyr und mehreren von ihr abgeleiteten 
Canälen errichteten kaiserlichen Werke bestehen aus 
Rohrhämmern, Bohrmühlen, Schleifmühlen und Fa¬ 
briken / wo die Flintenschlösser gemacht werden. Das 
über einem Dorn oder einer eisernen Stange zusammen- 
geschweifte Mntenrohr wird zu mehrerer Accuratesse 
mittelst der Bohrmühlen in horizontaler Richtung aus- 
gebohrt, wozu es ungefähr eine Stunde Zeit braucht. 
Sämmtliche verfertigte Röhre bringt man zu bestimm- 
ren Tagen in das Probierhaus, um sie anzuschießen. 
Hierzu legt man sie in Einschnitte, welche der Reche 
nach in einen Balken gemacht sind, gibt ihnen eine 
starke Ladung, und bestreut die in gleiche Linie gerichte- 
ten Zündlöcher mit Pulver. Ist alles vorgerichtet, so 
verlassen die damit beschäftigten Personen das Haus, 
um vermittelst einer Rinne, die aus demselben hervor- 
ragt, das Pulver auf den Zündlöchern anzuzünden, und 
sämmtliche Röhre mit einem Mahle abzubrennen. Vor
        

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