Full text: Linz und seine Umgebungen

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denselben ist ein gemauerter Kugelfang angebracht, der 
zur Schonung in doppelter Hinsicht mit Sand über- 
schüttet wird. In einem schnellen Lauffeuer brennen 
sämmtliche Gewehre ab, und die dadurch verursachte 
heftige Explosion wird noch verstärkt durch den Knall 
der zersprungenen Röhre, welche demjenigen, der sie 
lieferte, zurückgeschlagen werden. Zuweilen trifft es 
sich, daß unter 100 Röhren nicht eines zerspringt, in- 
deß solches unter Ivo andern mit fünf bis acht der Fall 
ist. Sachverständige behaupten, daß man im Durch- 
schnitte unter Ivo Röhren drey bis vier rechnen könne, 
welche die Probe nicht aushalten. 
In den Rohrhämmern werden die bürgerlichen Rohr- 
schmiede beschäftigt, welche, nebst andern Waffenschmie- 
den auch in ihren eigenen Werkstätten für kaiserliche 
Commission arbeiten, und keine andere Arbeit überneh- 
men dürfen, außer nach besonders erhaltener Erlaubniß. 
Die Gegend unter dem Himmel ist angenehm abwech- 
felnd, doch etwas wild, und beynahe nur mit Schwarz- 
holz bewachsen. Die Menge der von Stepr abgeleite- 
ten Canäle, die daran erbauten Mühlen und Wasser' 
werke aller 2lrt, das heftigere Rauschen des aufgestan- 
denen Wassers, das Getöse der Hammerwerke mit dem 
Zischen ihrer Blasbälge gewähren, wenn man durch 
diese Werkstätte Vulkans wandelt, eine ganz eigene, 
schauerlich angenehme Unterhaltung. Für die unter 
dem Himmel wohnenden Leute ist eine Kirche bestimmt, 
welche auf einem Hügel liegt, und zum Christkinde! 
heißt. _ . . 
Bayonnette und andere Waffen werden auch für 
kaiserlichen Bedarf von den Meistern geliefert, welche 
in der Stadt oder vielmehr in Steyrdorf wohnen, wo 
sich die Feuerarbeiter fast ausschließlich eoncentrirt ha- 
ben. Die Dille der Bayonnette wird ebenfalls zu meh- 
rerer Genauigkeit ausgebohrt. Dieß geschieht entweder
        

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