Full text: Linz und seine Umgebungen

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bete ftembe Länder haben, sieht man Rasir- unb an- 
bere Messer von Formen, bie bey uns gar nicht gewöhn- 
iich sind, auch Stilete ober Dolche aller Art, wovon 
aber jetzt nicht viel mehr gemacht werben, well ber 
stärkste Verschleiß nach Italien war, wo gegenwärtig 
das Tragen bieser Waffen unb bie Einfuhr aller frem¬ 
den Stahlwaaren, so fern sie nicht aus dem franzosi- 
schen Reiche kommen, bekanntlich verbothen worben ist. 
STbschon eben jetzt in Steyr in ben Werkstätten nicht 
mit ber gewöhnlichen Thätigkeit gearbeitet wirb, be¬ 
schäftigen boch mehrere Meister eine beträchtliche Zahl 
von Gesellen, welche sich bey einigen gegen hundert be- 
läuft. Mehrentheils arbeiten diese Meister für Kauf- 
leute, welche ben Handel mit ihren Fabrikaten treiben, 
boch erhalten sie auch zuweilen Bestellungen von Frem- 
ben. Die Härtung unb Politur der steyrischen Fabri¬ 
kate ist gut, wenn sie auch ber englischen nicht ganz gleich 
kömmt. Die Politur bekommen bie Waaren in ben 
Schleifmühlen, wo auf großen Schleifsteinen, bie zum 
Theil größer als gewöhnliehe Mühlsteine sinb, geschlis¬ 
sen , auf kleineren polirt wird. 
Von den Feilenhauern arbeiten einige mit Maschi¬ 
nen, unb können folglich ihren Feilen einen eben so 
gleichen Hieb geben, als in ben englischen Fabriken, 
doch haben sie es in Absicht ber Härte noch nicht zu ber- 
selben Vollkommenheit gebracht. 
Steyr ist zugleich ber Stappelplatz für bie vielen 
Stahl- .unb Eisenarbeiten, welche in ber ganzen Gegenb 
umher gemacht werben. In der ungefähr drey Stun¬ 
den entfernten Herrschaft Kirchborf, unb hier besonders 
in Michelsborf werben bie meisten Sensen verfertigt. 
Auch in andern Zweigen bes Gewerbsfleißes zeich¬ 
net sich Steyr vor vielen Stäbten vortheilhaft aus. 
In ben vormahligen Klöstern ber Capuciner unb der 
Dominicaner, wovon letzteres währenb ber kurzen Zeit
        

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