Full text: Linz und seine Umgebungen

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Günther, welcher aus einer Jagd in dasiger Gegend 
leinen Tod fand, und dessen, mit einer Inschrift ver- 
sehener Grabstein noch jetzt im Chor der Kirche zu sehen 
ist. Besetzt mit Geistlichen von der Regel des heiligen 
Benedict erhielt das Stift von Carl dem Großen meh- 
rere Privilegien und Besitzungen, wurde aber durch 
die Einfälle der Ungarn zerstört, und lag beynahe 100 
Lahre verödet, bis es Kaiser Heinrich II. im Jahre 
1006 von neuem herstellte. Die Bildsäulen dieser drey 
Gründer des Stiftes stehen über dem äußeren Portale 
desselben in Stein ausgehauen. Auch in der Kirche 
befinden sich zwey einander gegenüber hängende Ge- 
mählde, welche die Geschichte der Gründung des Stis- 
tes darstellen, deren Nebenumstände indeß — vonmeh^ 
reren bezweifelt werden, da Thassilo keinen Sohn, 
Nahmens Günther, gehabt haben soll. 
So schön die Gegend umher gegenwärtig ist, so 
wild war sie zur Zeit der Gründung. Kaum vierzig 
Menschen wohnten zerstreut in der Nähe umher; ge- 
genwärtig gehören über 4000 Seelen zur Pfarrkirche, 
die sich für den dabey gelegenen Marktflecken und die 
Ortschaften und Häuser in der Nähe innerhalb des Stis- 
tes befindet. Wie sich aus Urkunden ergibt, war noch 
Jahrhunderte lang die Gegend so rauh, daß die Geist, 
lichen , wenn sie ausgingen, Begleitung mit bekamen, 
um nicht von Bären und Wölfen angefallen zu werden. 
An der Stelle des vormahls dichten Waldes erblickt 
man jetzt ausgelichtete Hölzer, welche mit lachenden, 
wohl angebauten Feldern und Wiesen angenehm ab- 
wechseln. Hügel und Thäler geben der Ansicht mehr 
Reitz und Mannigfaltigkeit. Auf einem dieser Hügel 
erhebt sich das Stift in majestätischer Größe; am Fuße 
desselben liegt der Marktflecken, welchem es seine Ent-- 
stehung gab. 
Bevor ich das schöne Stift mit seinen Merkwür-
        

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