Full text: Linz und seine Umgebungen

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digkeitcn etwas umständlicher beschreibe, noch einige 
Worte über die Gegend umher. Schon eine Stunde 
vor Neuhofen breitet sich das Kremsthal weiter aus, 
und biethet mannigfaltige Ansichten dar. Der Fluß, 
von welchem das Stift den Nahmen erhielt, ist zwar t 
klein, hat aber das ausgezeichnete Angenehme aller Ge- 
birgsströme: Klarheit und grüne Farbe des Wassers. 
Je mehr man sich Kremsmünster nähert, um so ab- 
wechselnder wird die Gegend, die auch darum noch mehr 
anzieht, weil sie zu den am sorgfältigsten gebauten in 
ganz Ober - Oesterreich gehört. Die erhabenste Partie 
der Aussicht machen die Gebirgsketten, welche sich an 
der Gränze von Ober - Oesterreich und in Steyermark 
hinter einander erheben, und in mehreren Gebäuden 
des Stiftes deutlich gesehen werden, noch vollkommener 
aber auf einer nicht weit davon entfernten Anhöhe. Den 
höchsten Punet der voran liegenden österreichischen Ge» 
birgskette macht westlich der Traunstein , welcher nach 
einer vom Herrn Doetor Klinger in Wien vorgenom- 
menen barometrischen Messung 581 Toifen über den 
Gmundnersee, über das mittelländische Meer aber 842 
erhaben ist. Höher, doch noch nicht barometrisch ge- 
messen, ist der hohe Priel, welcher diese Gebirgskette 
im Osten schließt. Ueber diese Gebirge ragen dahinter 
liegende Reihen oberösterreichischer und steyermärkischer 
Alpen hervor, deren Häupter noch tief bis in den Som- 
mer mit Schnee bedeckt sind. Auf den höchsten schmilzt 
er in weniger heißen Sommern gar nicht; auf einem 
Puncte, dessen ich weiter unten erwähne, ist ewiges Eis. 
Gegen Steyermark hin, ungefähr vier Stunden von 
Kremsmünster, liegt südöstlich Micheldors an der Krems, 
und etwa eben so weit südöstlich Scharnsteiu an der 
Alm. In beyden Dörfern werden auf Hämmern, wel- 
che das Wasser treibt , viele Sensen und Sicheln ver- 
fertigt.
        

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