Full text: Linz und seine Umgebungen

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Unter den Sammlungen für Wissenschaften und 
Kunst ist zu Kremsmünster die Sternwarte vorzüglich 
merkwürdig, mit welcher ich mich nachher weitläufiger 
beschäftigen werde, um zuerst die Sehenswürdigkeiten 
zu berühren, die sich im Stiftsgebäude selbst befinden. 
Die an 50/000 Bände enthaltende Bibliothek steht in 
einem schönen hellen Saale, welcher A4 Klafter lang, 
4 % breit, 3 Y„ hoch, und von Christoph Lederwasch, ei. 
nem Salzburgischen Mahler, ausgemahlt ist. Wey ei- 
ner so großen Bücherzahl läßt sich wohl leicht denken, 
daß es der Bibliothek an trefflichen, dem Gelehrten in- 
teressanten und schätzbaren Werken nicht fehlen könne. 
Der Seltenheit wegen wurde ich auf 40 arabische und 
türkische Gesetzbücher, die vermuthlich nach der Bela- 
gerung Wiens im Jahre 1682 hierher gekommen sind, 
wie auch aus ein chinesisches Buch auf Seidenpapier, 
und eine Kleinigkeit von malabarischer Schrift aufmerk» 
fam gemacht. In Betreff der neuern Literatur gebüh* 
ret den Conventualen, vorzüglich jenen, welche als Pro» 
fessoren angestellt sind, das Lob, daß sie sich das vor» 
züglichste in ihren Fächern anschaffen, und so im Geiste 
der Zeit fortzuschreiten streben. 
Die Münzsammlung in einem der Zimmer der Som- 
merwohnung des Prälaten ist bedeutend. Auch verdie» 
nen zwey Steine mit römischen Inschriften, welche in 
der Nähe ausgegraben worden sind, die Aufmerksam- 
keit der Alterthumsforscher. 
Bor allen andern Stiftern des Landes hat sich KremS- 
ttmnster schon vor langer Zeit, besonders dadurch um 
die Wissenschaften verdient gemacht, daß es gute Schul- 
anstalten anlegte. Um die Mitte des sechzehnten Jahr- 
Hunderts eröffnete der Abt Georg Lechner die Schulen, 
welche immermehr vervollkommnet wurden. Vor un- 
gefähr 80 Jahren entstand unter dem Abte Fixlmiller 
das Museum, eine Anstalt, die ununterbrochen fort-
        

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