Full text: Linz und seine Umgebungen

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schöne Nachtstucke von unbekannten Meistern. Eine ge- 
lunqene Copie des Christus im Grabe von Michael An- 
qelo, dessen Original in der Saeristey des Batieans 
war, das aber die Franzosen mit nach Paris nahmen. 
Der Herr Prälat hatte selbst die Güte, mich in einige 
Limmer des Stiftgebäudes zu führen, die ebenfalls 
Kunstschätze enthalten. Eines ist voll der schönsten Ku- 
pfcrstiche ," wovon besonders die Schlachten Alexanders 
von Lebrun , dann eine Seite von .Röpsen voll Leben 
und Ausdruck, und einige Stucke von Albrecht Dürrer 
Erwähnung verdienen. In einem andern dieser Bim- 
uiet finden sich wieder Gemählde, von denen vorzüglich 
. der Winter von Sandrart, die Zeit von Rubens und 
etliche Gemählde von unbekannten Meistern ausgezeich¬ 
net zu werden verdienen, die sicher aus der deutschen 
Schule sind. . . . 
Die Gemäldesammlung hatmi Jahre 1800 em,- 
gen Verlust erlitten, weil der französische General Le- 
courbe verschiedene der besten Gemählde und vorzüglich- 
sten Kupferstiche requirirte. Eine Anzahl Gemählde 
aus dem Mittelalter ist nicht ohne Interesse, >o wem«, 
sie auch eines für den Künstler haben mag. Wer beod- 
achtet nicht gerne die Fortschritte der Kunst bcy ihrem 
Entstehen ? Die Mahler jener Zeit machten es sich fthr 
bequem mit der Draperie, indem sie ihren Figuren Ge- 
wänder aus ausgeklebtem vergoldeten Leder gaben.^ le 
Sammlung von ausgestopften Thieren ist seit em Paar 
Jahren anders geordnet, aiich beträchtlich vermehrt wor- 
den, obschon nur mit Exemplaren, die in der Nahe 
' acschossen wurden. Es befinden sich darunter mehrere 
Thiere, welche nur selten in diese Gegend kommen, 
als: ein sehr großer Bär, der bey Kloster Schlägel ge- 
scbofiim wurde, zwey schöne Wölfe, ein Lämmergeyer, 
zwey Biber und verschiedene seltene Vögel, welche sich
        

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