Full text: Linz und seine Umgebungen

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in der Nähe verirrten. Weniger selten sind die Adler 
und die weißen Gebirgshafen, die man auch hier findet. 
Der fünfte Stock, mit welchem das Zimmer an¬ 
fangt schmäler zu werden, ist sehr fest gewölbt, um 
dem darauf ruhenden astronomischen Saale zur festen 
Grundlage zu dienen. Die Anlage des Gewölbes ist 
fo, daß dieses Zimmer zu einem acustifchen wird. Spricht 
man nähmlich gegen das eine Ende des Gewölbebogens 
Nur leise, so versteht es ein Anderer an der entgegen ge- 
setzten Seite sehr vernehmlich. In diesem Zimmer be- 
finden sich viele Warfen, Kleidungen und andere Geräth- 
fchaften von Türken, welche von der 1682 bey Wien 
gemachten Beute hieher gekommen find. Auch Waffen 
aus dem Mittelalter sieht man hier, doch ist dieSamm- 
lung nicht mehr zahlreich, weil das meiste davon nach 
Laxenburg gekommen ist, das dort erbaute Ritterschloß 
reichlicher auszustatten. 
Der astronomische Saal im sechsten Stock ist mit 
allem versehen, was zu astronomischen Beobachtungen 
nöthig ist, und hat zwey Altane nach Süden und Nor- 
den. Der Professor Fixlmiller, welcher hier längere 
Zeit Astronom war, hat sich durch sein Decenniurn 
astronornicuni Creniifanense, worin er seine Beobach- 
tungen von 1765 bis 1775 mittheilte, der gelehrten 
Welt bekannt gemacht. Im siebenten Stock, welcher 
zwey kleinere Altane nach Osten und Westen hat, be- 
findet sich ein Zimmer, worin der Astronom sich wär¬ 
men kann; der oberste oder achte Stock schließt mit der 
eigentlichen Sternwarte, welche eine bewegliche Kuppel 
hat. Die meisten Beobachtungen werden jedoch im 
astronomischen Saale gemacht, wo sich Oeffnungcn zu 
den Fernröhren und die nöthigen Vorrichtungen befin¬ 
den > damit sich der Beobachter jede, zu feinem Be^ 
schauen bequemere Lage geben kann. Besonders merk- 
würdig sind die neu angekauften Instrumente. Jeder,
        

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