Full text: Linz und seine Umgebungen

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der Kremsmünster besucht, wird sich von viel mehr des 
Sehenswerthen überzeugen, und sich über die -Lcrett- 
Willigkeit der Conventualen, einem alles zu zeigen und 
zu verdeutlichen, erfreuen. 
Kremsmünster scheint das alte Sprichwort zu be¬ 
stätigen, daß unter dem Krummstabe gut wohnen sey. 
Im Bauernkriege bewährten die Unterthanen des Stis- 
tes ihre Zufriedenheit mit dessen Leitung dadurch, daß 
sie an den Unruhen keinen Theil nahmen, obgleich un- 
ter denselben mehrere Protestanten waren, so wie sich 
auch jetzt wieder in dessen Nähe, zu Neu - Kematen 
eine protestantische Gemeinde befindet. Auch der An- 
führer der Bauern, Stephan Fadinger, welcher gegen 
verschiedene andere Stister sehr hart war, zeigte sich 
gegen Kremsmünster leutselig. Er nahm zwar_sem 
Quartier in dem schönsten Zimmer, und ließ ilch statt¬ 
lich bewirthen, erlaubte aber seinen Untergebenen keine 
Ausschweifungen. In neuern Zeiten hat das St,ist sich 
mehrmahl.s für das Wohl der Unterthanen sorgfältig 
bewiesen;' so z.B. wurden die Hirsche fast sammtlich 
weggeschossen, weil sie zu viel Schaden auf den Fel¬ 
dern anrichteten. Wey der letzten französischen Inva¬ 
sion flüchteten sich die mehresten Einwohner mit ihrem 
Vieh in die Wälder, und das Stift allein übernahm 
die Verpflegung der Truppen, wovon einmahlem Corps 
gegen 20,000 Mann in der Nähe lag, indeß davon 
300 Ofsieiers im Stifte einquartiert wurden. 
d) Wels. 
Der Weg nach Wels, vier Postmeilen von Linz 
entlegen, ist besonders deßhalb interessant, weil er groß- 
ten Theils durch eine Heide führt, die vor 30jähren 
noch fo wüst lag, als die Moose, deren man m Bayern 
noch so viele findet» Sie besteht aus einem 10 gänzlichen
        

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