Full text: Linz und seine Umgebungen

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Steigt man vom Schloßberge die fortlaufende An» 
höhe hinauf, so wird, je weiter man fortschreitet, die 
Aussicht immer mannigfaltiger und ausgedehnter. Um 
von derselben auf dem günstigsten Puncte mehr ergriff 
fen zu werden, thut man wohl , die interessante Zer¬ 
gliederung einzelner Partien bis auf den Rückweg zu 
ersparen, und, ohne einen Blick rückwärts zu werfen, 
fortzuwandeln, bis zu dem Wirthshause des äger- 
mayers, wo sich der Lustwandler, falls er ermüdet, 
mit einem Glase unverfälschten Weines oder Bieres 
erquicken kann. Auf einem sreyen Platze, so wie m 
dem angenehmen , mit vielen Fenstern versehenen Lust- 
hause neben dem Hause überschaut man eine der lieb¬ 
lichsten Gegenden. Mit der Menge ihrer schönen Ge- 
bäude und aller ihrer nähern Umgebungen liegt vordem 
Beobachter die Stadt ausgebreitet, die jedoch mcht m 
ihrer völligen Größe erscheint, weil der Schloßberg dt« 
Altstadt verbirgt. Nach allen Seiten hin wechseln la- 
chende Hügel ab mit fruchtbaren Thälern, wo Felder, 
Wiesen und Gruppen von Bäumen im manmgfamg- 
sten Grün prangen. Viele Ortschaften, zum Theile an 
der Donau gelegen, treten aus ihnen hervor. Im Nor- 
den und Osten verengt die Hügelkette vom Postlmg- 
bis zum Pfennigberge die Aussicht, daher man^ nur 
Ein bis zwey Stunden sehen kann. Dieselbe Hügel- 
kette nöthigt die Donau von Linz bis Steyregg einen 
beträchtlichen Bogen, zuerst nach Norden , dann nach 
Süden zu machen. Ihren weitem sud-ostllchen Lauj 
verfolgt man an 7 Stunden, bis bey Mauthaufen. 
Sucht man auf der rechten Seite des Flusses die Land¬ 
straße/nach Wien; so erblickt man sehr deutlich Enns, 
und, bey heiterem Wetter, das 5 Meilen entfernte 
Strengberg, darüber hinaus Oed, nebst dem, noch un- 
gefähr 4 Stunden weiter, etwas südlicher gelegenen 
Sonntagsberg. Mehr nach Süden wird die Ansicht
        

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