Full text: Linz und seine Umgebungen

— 130 - 
Kiesboden, daß man neben den Feldern eingraben kann, 
wo man will, um Schutt zur Ausbesserung der Straße 
zu bekommen. Vor dreyßig Jahren begann man diese 
mit Heidegras und dürftigem Gestrippc bewachsene Heide 
zu beurbaren, wobey sich Graf Maximilian von Seeau 
besonders thätig bewies. Ein von ihm angebauter Lan- 
desstrich heißt daher noch das Maxlfeld. Mehrere 
Bauern folgten dem Beyspiele, so, daß nun die qanze 
Heide angebaut ist, obschon nicht überall gut. "Zur 
Verbesserung des Bodens pflegen die Besitzer den Stra- 
ßenkoth darauf zu führen, auch das Getreide nur kurz 
abzuschneiden, um es einzuackern und verfaulen zu las- 
fcn. Auf. mehreren schon länger beurbarten Aeckern sieht 
man bereits schon schönes Getreide. 
.. Nach der Meinung der Mehresten steht Wels auf 
der Stelle, wo sich dasLvilabis der Römer befand, 
während Andere dafür halten, aus letzterem sey Lam- 
dach hervorgegangen, welches zwey Meilen davon ent- 
fernt ist. Im Mittelalter hatte Wels eigene Grafen. 
Da Albero, der letzte dieses Nahmens, Bischof z'u Würz- 
bürg war, gelangte es an dieses Hochstift, dessen Bi- 
fchof Heinrich die Stadt nebst der Grafschaft 1194 an 
den Herzog Leopold von Oesterreich verkaufte. In 
dem Bauernkriege litt die von denBauern eroberte Stadt 
sehr empfindlich. 
. Die Gegend um Wels, obgleich flächer als irgend 
eine andere in Ober-Oesterreich, ist angenehm, und hat 
nicht nur mehrere hübsche Spaziergänge, vornehmlich 
an der Traun hin, sondern auch weitere Aussichten von 
zwey erhabenen Puncten: dem Rainber, einem mit 
Holz bewachsenen Hügel, und dem Schlosse Traunegg, 
beyde am rechten Ufer der Traun gelegen. Alleen, welche 
in Ober- Oesterreich so selten sind, findet man auch et¬ 
liche, dle größte riß aber 1785 die Traun mehrentheilö 
weg. Ein gemachter Damm kann das Austreten des
        

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.