Full text: Linz und seine Umgebungen

— 134 — 
Lambach hinüber führt über die Traunbrücke. In der 
Kirche des Stiftes verdienen die Altargemählde von 
Sandrart vorzüglich Aufmerksamkeit, besonders eincs, 
welches den mit Pfeilen erschossenen heiligen Sebastian 
vorstellt. Eine Viertelstunde vom Flecken gegen den 
Stadel hin steht auf einem Hügel die Wallfahrtskirche 
in derPaura, welche 1722 erbaut wurde, und eine 
halbe Million gekostet haben soll. Der Aufwand, wel- 
d)en der damahlige Abt wegen dieses Baues machte, 
stürzte das Stift in Schulden, von welchen es sich noch 
nicht gänzlich hat befreyen können. So groß die an¬ 
gegebene Summe für jene Zeiten ist, scheint sie doch 
nicht übertrieben zu seyn, weil die Kirche wirklich mit 
einem ungeheuren Aufwände von Pracht ausgeschmückt 
ist. Alabaster, Achat, Jaspis, Salzburger-Marmer 
und Gold sind in derselben verschwendet, und man kann 
nicht unterlassen sie schön zu finden, wenn auch die Kri- 
tik an Anlage und Bauart manches tadeln möchte. Diese, 
der Dreysaltigkeit gewidmete Kirche, welche selbst eine 
Art Dreyeck bildet, hat drey Thürme, drey Thore, über 
denselben drey Orgeln, drey mit guten Gemählden ver¬ 
sehene Altäre tmb, wie sie sich nur anbringen ließen, 
vergoldete Dreyecke. Wenig entfernt von derselben steht 
ein artiges Haus, bestimmt zur Wohnung des Pfar¬ 
rers und für sechs Knaben, welche darin erzogen und 
vornehmlich zum Gottesdienste in der Musik unterrich- 
tet werden. 
Von Lambach bis Roitham, den halben Weg nach 
Gmunden, hat man drey kleine Stunden und einen be-° 
quemen Weg. Von Roitham aus thut man sehr wohl, 
den Weg von einer kleinen halben Stunde zu Fuß zu 
machen, um zu dem Traunfalle hinabzusteigen. Steht 
auch dieser Wasserfall manchem andern an Schönheit 
und Größe nach, so verdient er doch genau betrachtet 
ju werden, besonders weil man hier nicht allein das
        

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.