Full text: Linz und seine Umgebungen

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gehen, wenn es nicht die Tiefe des Wassers unmöglich 
macht, oder die Beschaffenheit des Hufschlages oder 
Leinpfades, der jedoch größten Theils sehr gut ist. An 
Unterhaltung kann es bey einem Aufenthalte von drey 
bis vier Stunden in dem erwähnten WirthShaufe nicht 
fehlen, da die Beschauung des wilden Falles und der 
angelegten künstlichen Werke sie in reichlichem Maße 
darbiethet. Auch wird man in diesem Wirthshause 
reinlich und billig bedient. 
Um weder öfters abbrechen, noch vielleicht wieder- 
hohlen zu müssen, erzähle ich von der Fahrt auf der 
Traun, welche unstreitig merkwürdiger ist, als auf den 
meisten andern Flüssen, auch geschicktere Schiffleute 
erfordert. Auf der obern Traun, das heißt vom Aus- 
flusse des Stromes aus dem Hallstädtcr- See bis an 
den Stadel in der Nähe von Lambach, fährt man am 
bequemsten und sichersten auf großen Salzschiffen, welche 
400 bis 500 Centner laden. In kleine Schiffe schlagen 
die Wellen bey der Fahrt durch die Wehren, die nicht 
selten auf den größten Salzfchiffen bis auf das Dach 
spritzen, so stark, daß man Gefahr läuft, ganz durch- 
näßt zu werden. Weil die Schiffe an das Holzwerk der 
Wehren so heftig anstoßen, daß sie sich zuweilen bie- 
gen, welches aber nöthig ist, um ihnen, dem Laufe 
des gezwungenen Wassers gemäß, die Richtung zu ge- 
ben, müssen sie sehr stark gebaut werden. Gleichwohl 
bleibt ein solckes Schiss zur Fahrt auf der obern Traun 
selten über zwey Jahre brauchbar, worauf es zur Fahrt 
vom Stadel bis nach Zizlau benutzt wird, wo sich nur 
leichte Einbaue zur Eindämmung des, bis Ebelsberg 
sich immer mehr ausbreitenden Stromes befinden, und 
diese Schiffe keine so heftigen Stöße auszuhalten ha- 
ben. Auf den gefährlichsten Wehren sind weiße Ta- 
feln ausgestellt, an welchen ein Weiser die Seite an- 
zeigt, nach der die Schiffe fahren müssen, und die im
        

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