Full text: Linz und seine Umgebungen

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Halbdunkel des frühen Morgens in weite Ferne leuch- 
ten. Die Gegenfahrer gehen gewöhnlich sehr früh von 
ihren Stationen ab, hingegen die Salzschiffe später, 
um nicht mit ihnen zusammen zu treffen. Dieß kann 
indessen nur an einigen Orten begegnen, weil die Fahrt 
abwärts größten Theils in einer andern Richtung ge° 
schieht, außer wo sie durch Wehren gehen muß, welche 
die Gegenfahrer ebenfalls Yassiren. Tritt der Fall ein, 
daß zwey Schiffe einander zu begegnen drohen, so läßt 
der Gegenfahrer, welcher dieses schon von fern bemer- 
ken kann, seine Pferde halten, bis das abwärts fah- 
rende Schiff vorüber ist. In sehr trockenen Sommern 
fehlt es der Traun zuweilen an hinlänglichem Wasser. 
Ihr solches wenigstens periodisch für die schweren Salz- 
schiffe zu verschaffen, kann man ihren Ausfluß, sowohl 
aus dem Gmundner- als aus dem Hallstädter-See sper- 
ren. Dann ist es nicht möglich, täglich zu fahren, fon- 
dern man macht im voraus den Tag bekannt, wo die 
Seen geöffnet werden, damit die Schiffe auf allen 
Stationen das aufgestaute Wasser benutzen können. 
Oesters verändert der Strom seinen Lauf, besonders m 
dem breitern Bett von Lambach an. 
Die auf der Traun gewöhnlichen Schiffe haben den 
Nahmen Zille, wenn sie unbedeckt, K o b e l hinge- 
gen, wenn sie bedeckt sind. Alle zum Salztransporte 
erforderlichen Schiffe sind kaiserlich, so wie auch seit 
einigen Jahren die zum Schiffszuge nöthigen Pferde, 
welche vormahls die Bauern für ein festgesetztes Geld 
stellten. Der Transport des Salzes beschäftigt an tau-- 
send Schiffleute und Roßknechte, und am Stadel bey 
Lambach wohnen allein 200 kaiserliche Schiffleute, da- 
her dieser Ort zu einer Größe angewachsen ist, wie we- 
nige Dörfer in Ober-Oesterreich haben. Seit dem Be- 
stehen der Eisenbahn ist freylich diesen Leuten in ihrem 
Broterwerbe viel geschadet, da der Transport des Sal-
        

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