Full text: Linz und seine Umgebungen

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nicht bey dem Einflüsse in die Donau, wo der Strom 
auf diesem ganzen Wege den stärksten Fall hat. 
Ich bemerke nun die vornehmsten Orte des Salz- 
kammergutes besonders, nebst Allem, was daselbst das 
Sehenswürdigste ist. Gmunden gehört nicht zum Salz- 
kammergute, ist aber der Hauptstapelplatz für den Salz- 
Handel und der Sitz der höchsten Behörden bey dem 
Salzwesen, steht auch in manchem Bezüge unter dem 
Salzoberamtmann, so wie das Schloß Orth, welches 
an der westlichen Seite des Sees, eine Viertelstunde 
von Gmunden entfernt, und aus einer Insel, die nur 
mittelst einer Brücke mit dem festen Lande verbunden, 
sehr romantisch gelegen ist. 
Die Stadt, welche durch Umfchaffung der in un- 
fern Zeiten unnützen Gräben in Gärten viel gewonnen 
hat, ist zum Theil recht artig gebaut, besonders hat 
sie nach dem See zu schöne Häuser, daher auch ihr An- 
blick von der Seeseite am gefälligsten ist. So wie das 
ganze Salzkammergut überhaupt, ist sie gänzlich zum 
Traunviertel geschlagen, obgleich ein Theil derselben, 
nebst einigen Theilen des Salzkammergutes auf dem 
linken Ufer der Traun liegt, folglich, nach der fönst 
üblichen geographischen Eintheilung Ober - Oesterreichs, 
zum Hausruckviertel gehören sollte. Gmunden besteht 
aus der eigentlichen Stadt und den Vorstädten See- 
stadt und Traundorf, wovon die erste westlich, die an- 
dere östlich gelegen ist. Zu jener gehört die Küferlzeil, 
die meistens von Leuten bewohnt ist, welche die Küfel 
oder die kleinen Fäßchen zum Salze mit einer fehcns- 
werchen Geschwindigkeit verfertigen. Dasselbe geschieht 
auch im Salzmagazin, wo das Satz in Küfel gepackt 
wird. Dieses Gebäude und ein nahe gelegenes, wel- 
ches der Salzoberamtmann bewohnt, sind die größten 
und schönsten der Stadt. Seit einigen Jahren ist auch 
in Gmunden ein Kloster der Carmeliterinnen gestiftet,
        

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