Full text: Linz und seine Umgebungen

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zu Ende jeden Jahres etliche Wochen/ Daß in der 
neuern Pfanne nicht so viel Salz gesotten werden kann, 
ist die Ursache, warum man nicht schon mehrere dersel- 
bctt eingerichtet hat, da sie den altern allerdings weit 
vorzuziehen sind , und nicht nur an sich viel Holz er- 
sparen/ auch reichern Ertrag an Salz geben, sondern 
zugleich die Gemächer mit erhitzen, worin die Salzstöcke 
getrocknet werden, statt daß dieses ben den alten Psan- 
nen mittelst besonderer Feuerung geschehen muß. Gleich¬ 
wohl ist die Hitze in jenen nur nebstbey geheitzten Ge- 
mächern so heftig, daß die Arbeiter nur wenige Minu- 
ten aushalten können, und ihre Hemden über der Brust 
fest zumachen müssen, weil ihnen sonst die Hitze Blasen 
brennte. Es traf sich eben, daß ich in einer solchen 
Trockenstube an einem Tage war, wo seit drey Mahl 
24 Stunden kein Feuer gebrannt hatte, und immer 
noch fand ich die Hitze sehr lästig. 
^ Das Salz wird entweder zu Stöckeln geformt, welche 
Flüderl heißen, und 25 bis 30 Pfund schwer sind, oder 
in kleine Fässer gethan, welche i Centner und 2 Pfund 
galten. Das Salz der erstem Art wird in Oesterreich 
gebraucht, das in Fässer gepackte nach Böhmen und 
Mähren geführt, wohin der Transport von Mauthausen 
und Linz aus geschieht. Der Ertrag von sämmtlichen 
Salzwerken gewährt der Regierung eine sehr bedeutende 
Einnahme. Wie ungeheuer der Holzverbrauch ist, läßt 
sich daraus ermessen, daß zur Unterhaltung des Feuers 
unter der großen Pfanne zu Ebenste täglich 16 Kochel 
oder 40 Wiener-Klafter nöthig sind. Zum Theil wird 
auch Torf gebrannt, Steinkohlen hat man aber noch 
nicht anwendbar gefunden, weil sie kein so Helles Feuer 
geben, als zur guten Erzeugung des Salzes nothwen- 
dig ist. 
Unter die Merkwürdigkeiten von Ebenste gehören 
noch ein Gebäude, wo die feuerfesten Ziegel in Formen
        

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