Full text: Linz und seine Umgebungen

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mit Schlitten darüber fahren kann. Dieß war der Fall 
in den Wintern 1809,1810, 1811,1829, welche aber 
auch sämmtlich zu den stärkern gehörten. Am westlichen 
Ufer des Sees liegt Hall st ad t, wie schon erwähnt, 
100 Klafter über dem Gmundner - See. Die Häuser 
nächst am Wasser stehen auf Bürsten oder Rosten, die 
übrigen ziehen sich am Berge hin, und stehen zumTheil 
so hoch, daß die Straße, in so fern man einem schma¬ 
len, meistens aus Stiegen bestehenden Wege diesen 
Nahmen geben kann, oft parallel mit den vorliegenden 
Häusern ist. Am auffallendsten sind zwey Wassermüh- 
len, welche wenigstens 30 Klafter über die niedrigste 
Lage des Marktes erhaben sind. Beyde treibt ein Wald- 
dach, welcher vom Salzberge herabkömmt, und aus 
dem Mühlgerinne sich über Felsen herabstürzt, die nicht 
weit vom Platze des Marktes entfernt sind, dann wei- 
ter unten einen Eisenhammer in Bewegung setzt. So 
viel mir bekannt ist, ist Hallstadt der einzige Ort, in 
dessen Mitte ein Wasserfall von nicht unbeträchtlicher 
Höhe hcrabbraus't. Dieser Fall würde schön seyn, wäre 
fein Wasser nicht so schmutzig, weil es auf dem Salz- 
berge gebraucht wird, den Koth oder den Unrath, 
welcher sich in den Salzstuben absetzt, und herausge- 
schafft werden muß, fortzuschwemmen. 
Der ganze Markt hat nicht ein Haus, welches man 
schon nennen könnte, außer dem Berwesamtshause, 
am südwestlichen Ufer des Sees auf einer Anhöhe ge- 
legen. Unter den übrigen Häusern befinden sich viele 
Hütten, die nicht einmahl mit Schindeln gedeckt sind, 
sondern mit nicht zusammengefügten Kretern. Unter 
den Wirtbshäusern empfiehlt sich das einem Herrn 
Seeauer gehörige, wegen seiner Lage am See, der je» 
doch bey weitem keinen so freundlichen Anblick gewährt, 
als der Gmundner, aber belebter ist, weil man, diewest- 
liehen und südlichen wenig gewohnten Gebirge abge-
        

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