Full text: Linz und seine Umgebungen

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Rande dieses Felsenkessels steht. Wenn der Kessel aus 
den Wasserbehältern im Innern der näher und ferner 
gelegenen Berge, mit welchen er in einer noch nicht 
entdeckten Verbindung zu stehen scheint, Zufluß erhält, 
steigt das Wasser strudelnd, als ob es kochte, 10 bis 
12 Fuß über seinen gewöhnlichen Stand empor, wie 
man an den Auswaschungen, die es an der Nückenwand 
des Felsens gemacht hat, deutlich wahrnimmt. Es hat 
dann eine solche Gewalt, daß ein hineingeworfener 
Stein nicht zu Boden sinkt, sondern von dem Wasser 
in die Höhe getrieben und fortgeschwemmt wird. In 
diesem Zustande kann man sich dem Kessel nur von der 
Seite, an den Bergen kletternd nähern, weil er die 
niedere Gegend mehrere Schuhe tief unter Wasser setzt, 
welches sich mit wilder Gewalt hinstürzt nach dem Sc-, 
der dann beträchtlich anwächst. Db , wie mich mein 
Führer versicherte, in jeder Stunde um einen Zoll, muß 
ieb Personen zur Untersuchung überlassen, welche so 
glücklich sind, sich eben in Hallstadt zu befinden, wen» 
der Kessii sich ergießt. Dieß geschieht nie länger als 
-l bis 5 Stunden, erfolgt aber oft einige Tage hinter¬ 
einander. „ ., „ , . 
Der Salzberg liegt ebenfalls westlich sehr nahe bey 
der Stadt. Des Berggehens ungewohnte Personen 
steigen die steile Höhe desselben in ungefähr em-r 
Stunde hinauf, und man hat dafür gesorgt, den Weg 
so bequem als möglich zu machen, int cm er sich schlan¬ 
gelnd den Berg hinanzieht, und mit kleinern steinernen 
Stufen und Geländern versehen ist. Zwischen fchonenr 
Laubholze geht dieser Weg hin - ist auch für Schwin¬ 
delnde nicht so gefährlich, als u a^cher Weg in weniger 
Hohen Bergen, weil sich nügcnts ein Abgrund ^befin¬ 
det, der dem Wanderer gefährlich wäre. Auch 
che Personen, welche durchaus keine Berge steigen kön¬ 
nen, und doch diese» im Inner» zu bischen wünjchen,
        

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