Full text: Linz und seine Umgebungen

— 158 — 
lange mit Salz geschwängert hat. Diese Sinkstuben 
lind von verschiedener Größe; manche zählt nur etliche 
^luden, jede zu 2000^6'trner gerechnet, die größern 
steigen bis zu achtzig Stuben. Zwar sind in demKa- 
lharina-Theresienberge zwey Sinkstuben von noch grö¬ 
ßere!» Umfange, wovon die größte 300 Stuben oder 
600,000 Eimer hält, diese entstanden aber dadurch, 
daß das Walser die Seitenwände wegriß, und folglich 
mehrere Sinkstuben in eine zusammenstoßen. Weil das 
An- und- Ablassen solcher großen Wehren sehr viele Zeit 
wegnimmt, denn b«y dem größten erfordert es beynahe 
Dreyvierteljahr, und daher verhältnißmäßig nicht so 
viel Sohle gewonnen werden kann, als in den kleinern, 
sucht man ihr Zusammenreißen möglichst zu verhürben, 
und zieht^ deßhalb Dämme von Letten. In alle Sink- 
stuben wird so lange Wasser zugelassen, bis es die Firste 
oder der Wehrhimmel, das ist, die Decke oder den ober» 
»-.Herl der Äruve^errsicht. Diese wird dadurch nicht tie¬ 
fer; denn ungefähr so viel, als das Wasser oben weg- 
lenkt, setzt sich von den aufgelösten Erdtheilen dagegen 
wieder zu Boden, wodurch man zugleich den nöthigen 
Letten gewinnt. Wenn die Sohle hinlänglich gesättigt 
ist/ sickert sie durch einen aus Bretern zusammengesetz¬ 
ten Kasten, Ablaßofen genannt, und geht aus diesem 
in Behälter, von welchen sie in den mehr erwähnten 
Streunen nach den Sudhäusern geleitet wird. Eine 
von dem Hauptgange nach einem Wehr- oder andern 
Berggebäude laufende Strecke heißt Kihr, bekömmt 
aber den Nahmen Anbau, wenn dabey eine bogen- 
artige Wendung gemacht werden muß, um einem äl- 
teren Baue auszuweichen. Die Alten baueten sehr un¬ 
ordentlich, auch nicht in die Höhe, sondern in die Tiefe, 
und überließen die verlassenen Gruben dem Wasser, da- 
her man sie sorgfältig vermeidet. Im Katharina - The- 
resicnberge befindet sich auch eine kleine Capelle, welche
        

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.