Full text: Linz und seine Umgebungen

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die Natur von den Salzsteinen selbst gebildet haben soll; 
wahrscheinlich hat aber die Kunst etwas nachgeholfen, 
^n einer gewöhnlichen Capelle, in der Wohnung des 
zweyten Bergmeisters, wird jährlich, vermög einer Stif¬ 
tung,' vier Mahl Messe gelesen. Die Bergarbeiter vor 
dem Eingänge Bethstunden halten zu lasten, wie m 
vielen andern Bergwerken geschieht, ist hier nicht ge- 
wohnlich; wirklich ist aber auch hier weniger Gefahr, 
als in den meisten andern Bergwerken, besonders sol¬ 
chen, wo viele böse Wetter oder Schwaden sind. 
Zu den vorzüglichsten Merkwürdigkeiten von Hall- 
stadt gehört der Wasserfall, welcher südwestlich eine 
starke Stunde davon entlegen ist, an Schönheit wenige 
seines Gleichen hat, und mit Recht eine Zusammense- 
tzung mehrerer Arten von Wasserfällen genannt werden 
kann. Der Weg dabin führt durch die Schern, wo das 
Ende dieses Wasserfalles ist; eine wilde, von Felsen 
und mächtigen Gebirgen 10 hoch umschlossene Gegend, 
daß die Bewohner der wenigen darin befindlichen Häu¬ 
ser die Sonne nur selten erblicken, in den Monathen 
November, Deccmber und Jänner gar niemahls. Durch 
dieses schauerliche Thal führt ein schmaler Weg über 
Felsen zu dem Anfange des Wasserfalles. Die reichste 
Partie desselben macht der Strubbach, welcher ungefähr 
1 1 / Klafter breit, und 40 Klafter hoch über Felsen 
in ein Becken stürzt, und aus demselben wieder heraus» 
sprudelt, um in ein weiteres zu sallen. Von vorn ge- 
sehen rechts macht der Lauterbach einen, zwar weniger 
reichen, aber beynahe noch schönem Fall; denn weil er 
über eine noch weit höhere schroffe Felsenwand stürzt, 
lös't sich das Wasser ganz in Staub auf, bis es sich 
in dem untern weitern Becken mit den Fluchen des 
Strubbachs vereinigt. Zwischen beyden Bächen fällt 
noch ein dritter, minder beträchtlicher herab, und wenn 
dvr Schnee am stärksten schmilzt, rauscht hier und da
        

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