Full text: Linz und seine Umgebungen

— 164 — 
ich mich gleich die bevden Psingsttage daselbst aufhielt, 
wo loch vermutlich der größre Theil der Bevölkerung 
in Bewegung war. Fast alle Gesichter sind auffallend 
bleich, wovon man mir als Ursache angab, daß die 
Leure sich mit einer zu schlechten Kost begnügen müßten, 
und die Weiber ihre Kinder zwey bis drey Jahre säug- 
ten, weil sie ihnen die nothigen Lebensbedürfnisse nicht 
zu kaufen vermöchten. Ich glaube jedoch, daß Klima 
und andere Localurfachen vornehmlich mitwirken; denn 
muthmaßlich leben die Bergarbeiter in Hallstadt nicht 
schlechter, als im böhmischen und sächsischen Erzgebirge 
und im übrigen Salzkammergute, wo ich mehrere artige 
und blühende Gesichter sah, wenn auch weniger als b'cy 
Gmunden. 
Zu Hallstadt ist das Klima am rauhesten im ganzen 
Salzkammergute. Wenn es in: Sommer etliche Tage, 
regnet, fällt auf den Bergen Schnee, und in dem 
Markte sieht man sich genöthigt, zu heitzen. 
Wie zu Berchtesgaden und in anderen Gebirgs- 
gegenden, werden hier viele, zum Thekle recht niedliche 
Holzarbeiten gemacht, und um beynahe unglaublich 
niedrige Preise verkauft. 
Die Tracht der Landleute ist von der überhaupt in 
Ober- Oesterreich gewöhnlichen nicht sehr verschieden, 
doch tragen viele von den geringem Bauern, wie die 
Holzknechte und andere junge Bursche, statt der schwar- , 
zen Röcke grüne, dazu einen rothen Brustlatz und einen 
grünen Hut, gewöhnlich mit Hahnen- oder Pfauen- 
federn geschmückt.. 
Der Rückweg von Hallstadt ist unstreitig am an- 
genehmsten,. wenigstens bis zum Stadel bey Lambach; 
von hier geht aber die Fahrt weniger rasch, und die 
Ufer der Traun, biethen nicht mehr so abwechselnde und 
erhabene Reitze dar. Wer diese Reise durch Ober».
        

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.