Full text: Linz und seine Umgebungen

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Vorstädte wurden ein Raub der Flammen. Auch die 
Wissenschaften erlitten dabey einen unersetzlichen Ver¬ 
lust. Der unsterbliche Keppler, welcher sich zu dieser 
Zeit in den Diensten der oberösterreichischen Landstände 
befand, kam durch den Brand um einen Theil seines 
mathematischen Werkes, an welchem eben gedruckt wurde. 
Lange versuchte Kaiser Ferdinand die Ruhe durch 
gütliche Verhandlungen herzustellen, weil aber die 
Bauern während derselben nicht zu vermögen waren, 
die Waffen niederzulegen, bediente er sich ebenfalls der- 
selben, die Widerspenstigen zum Gehorsame zu bringen. 
Herbeygerusene größere Scharen kaiserlicher und baycri- 
scher Truppen gewannen bald das Uebergewicht über 
die bewaffneten Bauern, deren Haufen sich überall 
schlugen. Im Frühjahre 1627 waren sie gettöthigt, 
sich zu unterwerfen; einige ihrer Anführer endigten *'• 
Leben auf dem Blutgerüste, die übrigen erhielte/'' .^er' 
zeihung, und diejenigen, welche nicht zur ^ty^'tschett 
Religion zurückkehren wollten, die Erla^")ß auszu- 
wandern. In Hoffnung auf wwed^'T £utfc, machten 
die 1632 einen neun.' -sstand, welcher aber, 
Well jene wurde. 
Die neuem feindlichen Ueberfälle seit 1800 kosteten 
zwar Linz beträchtliche Summen, doch litt es in den- 
selben keinen Schaden an seinen Gebäuden. Weniger 
glücklich war 1809 das Urfahr, wovon ich weiter un- 
ten spreche. 
Einige Feuersbrünste hatten in Linz, wie in allen 
Städten, wo Gewerbfleiß blüht und durch denselben 
Wohlstand sich verbreitet, die Folge, daß die zerstörten 
Häuser nach kurzer Zeit aus dem Schutte schöner wie- 
der hervorgingen, und zugleich die Gelegenheit benutzt 
wurde, für Verschönerung und Bequemlichkeit thätig 
zu werden. Dieß war besonders der Fall nach dem 
Feuer, welches den 15. August 1800 im Schlosse aus-
        

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