Full text: Linz und seine Umgebungen

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aber etwas leichtes Gebäude, mit 2 Thümien, deren 
Kuppeldächer mit Kupfer gedeckt sind. Ihr inneres 
enthält wenig, was einen Fremden anziehen könnte. In 
der Vorstadt stehen noch die Kirchen der Ursulinerinnen, 
Clisabethinerinnen, des Seminariums der Cleriker, so 
wie auch die der barmherzigen Brüder zum allgemeinen 
Besuche zu gewissen Tagesstunden offen. 
Nachdem Linz durch den Brand von 1800 das 
schönste seiner weltlichen Gebäude, das Schloß, verlo- 
ren hat, behauptet das Landhaus den ersten Rang un° 
ter denselben. Vormahls war dieses Gebäude ein Fran- 
ciscaner- Kloster, welches der Landeshauptmann Eber- 
hcird von Walsee 1284 erbaute, 1287 aber den Mino¬ 
rate n überließ, die dasselbe verließen, als die Reforma¬ 
tion Luthers in Linz sich ausbreitete. In der Kirche 
wurde nun evangelischer Gottesdienst gehalten, das 
Kloster überließ Ferdinand I. den Landständen, um es 
zu einem Landhause einzurichten. Im Lahre 1271 war 
der Bau vollendet, große Erweiterung erhielt aber das 
Landhaus 1694 durch den Ankauf zweyer benachbarter 
Häuser. Der Brand von 1800 zerstörte das Gebäude 
bis auf das Gewölbe, welches das Thor desselben bil- 
det, schöner und größer ging es jedoch bald wieder aus 
seiner Asche hervor, und nicht nur die Facade nachher 
Klostergasse, sondern auch die Flügel nach der Theater- 
gasse und die Seiten nach der Promenade imponiren 
durch ihre Größe und Schönheit. 
Während der Duldung der augsburgischen Eonfes- 
sions - Verwandten, legten die Stände im Landhause 
ciiic evangelische Scbule an, welche nebst dem Gottes- 
dienste in der Kirche bis zu der von Ferdinand II. 162» 
vorgenommenen Reformation bestand. Seit Joseph II. 
ist diese Kirche die Hof- und akademische Kirche, in 
welcher man von den Professoren des Lyceums treffliche 
Kanzelreden hört. Unter den Gemählden dieser heitern 
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