Full text: Linz und seine Umgebungen

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Theil in Eurichs akademischer Kunst- und Buchhand- 
lung erschienen ist, und hatte überdieß durch die Wider¬ 
legung der Natterngeschichte von Steiermark, durch 
die Widerlegung der gegen die Kuhpocheuimpfung in 
Oesterreich ob der Enns herrschenden Vorurtheile, und 
durch die Schrift ȟber einige Vorurtheile des gemeinen 
Mannes und der Gelehrten« seine mannigfaltigen na- 
turhistorischen und philosophischen Kenntnisse beurkundet. 
Nach dieser Abschweifung noch einige Nachrichten 
über das Lyceum. Das Gymnasium mit inbegriffen, 
befinden sich in Linz ungefähr 500 Studenten, von 
welchen die Lyceisten den größten Theil ausmachen. 
Unter ihnen sind die zahlreichsten die Theologen, deren 
es, in Hinsicht ihrer ökonomischen Einrichtung, drey ver¬ 
schiedene Arten gibt. Die Seminaristen wohnen gemein- 
schaftlich in dem Gebäude, welches ihnen der weife Bi¬ 
schof Gall, der in den Herzen der Linzer und aller, die 
den edlen Menschenfreund kannten, im liebenden Anden- 
ken lebt, und allgemein hochgeschätzt wurde, in der Har- 
räch, in der untern Borstadt, widmete, und zu diesem 
wohlthätigen Zwecke sein ganzes Vermögen verwendete. 
Vor ein Paar Jahren ist dieses Gebäude mit Verwen- 
dung des Capitales, welches Gall bey seinen Lebzeiten 
dazu bestimmte, erweitert worden. Im Studieren we- 
niger gestört zu werden, befinden sich die dazu bestimm- 
ten Zimmer in der Seite des Gebäudes nach dem Gar- 
ten, welcher den jungen Leuten Erhohlung und nützliche 
Unterhaltung gewährt; die luftigen Schlafzimmer sind 
in der Seite nach der Straße zu. Die Anzahl derAlum- 
nen wurde im Jahre 1806 durch Gall auf 48 gestiftet; 
stieg aber bis jetzt gegen 80. Die Seminaristen, welche 
in ihrem Haufe unterhalten werden, besuchen gleich an- 
dern Studenten die öffentlichen Vorlesungen, indeß sie 
zugleich die zu ihrem künftigen Stande nöthige Bildung 
erhalten. Haben sie vor Erreichung des zur Priester- 
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