Full text: Linz und seine Umgebungen

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weihe erforderlichen Alters von vier und zwanzig Iah- 
ren, wovon gewöhnlich ein Jahr dispensirt wird, ihren 
Curs zurückgelegt, so kommen sie einstweilen als Dia- 
eonen zu Geistlichen in der Provinz. Eine zweyte Classe 
theologischer Studenten sind diejenigen, welche die Klö- 
ster nach Vollendung des Noviziats auf ihre Kosten stu- 
dieren lassen, weil nach den in Oesterreich bestehenden 
Gesetzen kein Klostergeistlicher Profeß thun kann, ohne 
den theologischen Curs gemacht zu haben. Alle Stifter 
von Ober - Oesterreich senden ihre Zöglinge auf das Lv- 
ceum nach Linz, wo sie in den Häusern, welche die mei- 
sten dieser Stifter daselbst besitzen, Kost und Wohnung 
haben, übrigens aber derselben Freyheit wie andere Stu- 
denten genießen. Dieses Leben in der Welt, die Gele- 
genheit, sich im Umgange mit ihr vielseitiger zu bilden, 
muß nothwendig einen sehr wohlthätigen Einfluß haben, 
und in den Klöstern einen Geist hervorbringen, welcher 
freylich in den vormahligen deutschen Klöstern außer 
Oesterreich selten gewesen seyn mag. Andere Studen- 
ten, welche sich zu Weltgeistlichen bilden wollen, wohnen 
in Privathäusern. Die meisten von ihnen, wie von al- 
len übrigen, erhalten Stipendien, deren das Lyceum 
viele, zum Theil sehr beträchtliche hat. Einige derselben 
sind landesherrlich oder ständisch, andere sind von Fa- 
Milien gestiftet worden, oder rühren von dem Nordi- 
schen oder Prunerischen Stifte her. Die reichsten die- 
ser Stipendien steigen bis auf 250 Gulden, und haben 
dabey noch das Eigene, daß derStipendiat, nach vollende- 
ten Studien, bey seiner Anstellung zur nöthigen Einrich- 
tung, eine Summe Geldes ausgezahlt bekommt, die 
bey den größten Stipendien looo Gulden beträgt. In 
den Stipendienfond fließt auch der Ertrag der Hono- 
rarien, welche die Vermögenden unter den Studieren- 
den für die Vorlesungen zu entrichten haben, während
        

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