Full text: Linz und seine Umgebungen

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geistlichen Stand bekamen. Sie wurden in den Wis¬ 
senschaften , in den Sprachen, selbst in ritterlichen Ue- 
Hungen unterrichtet, und Nicolai gesteht zu, daß diese 
Erziehungsanstalt unter die vorzüglichsten ihrer Art ge^ ; 
hörte. Gebildet kehrten die jungen Nordländer wieder 
heim, und nur sehr wenige widmeten sich dem geistlichen 
Stande aus eigener Neigung. Obschon ich diese An- 
stalt nicht gesehen habe, glaube ich sie doch beurtheilen 
zu können, weil sie gewissermaßen noch besteht, obschon 
beschränkter, und nicht mehr in Linz, sondern in Krems- 
Münster, wo ich noch etwas davon sagen werde. Ge- 
genwärtig gehört das Gebäude des nordischen Stiftes 
in der Bethlehemgasse einem Privatmanne. Nächst 
dem Bürgerhofe ist es dasjenige Haus in Linz, welches 
die meisten Wohnungen hat. Seine vormahlige Ein- 
richtung intereffirt jetzt Reisende ohne Zweifel sehr we- 
nig; solche, welche prüfen wollen, was Nicolai darüber 
sagte, finden hierzu die beste Anleitung in der 1737 er- i 
schienenen Skizze von Linz. So wenig Werth diese 
Broschüre übrigens auch hat, wird doch jeder Unpar- j 
teyl'sche zugestehen, daß der Verfasser über das nordische | 
Stift kompetenter urtheilt, als Nicolai, welcher es nur ! 
flüchtig und mit befangenem Blicke sah. 
An demGymnasium zu Linz sind, außer dem i 
Director und dem Präfecten, 6 Professoren angestellt, ■ 
welche sämmtlich Geistliche aus den oberösterreichischen 
Stiftern sind, die meisten aus dem Stifte Florian. 
Auch bey dem Lyceum sind einige Stiftsgeistliche an- 
gestellt, wobey der Staat gewinnt, weil diese Profes- ! 
soren, welche in den Häusern ihrer Stifter in der Stadt 
Wohnung und Kost haben, weniger Gehalt bekommen. 
Außer der Normalschule sind noch.drey wohlbestellte 
Trivialschulen für Knaben und Mädchen, dann für 
letztere die Schule bey den Ursulinerinncn, welche in 
weiblichen Arbeiten und den, dem weiblichen Geschleckte
        

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