Full text: Linz und seine Umgebungen

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trag außer der Anstalt, einer sorgfältigen Pflege anvcr- 
traut. 
Auch das Irrenhaus hat eine solche Modalität, wie 
es die Nothwendigkeit und die Bedürfnisse erfordern. 
Im Prunerstist befand sich auch vor einigen Jahren 
eine Rumfordische Suppcnanstalt, deren Stis- 
rer der vormahlige Landeschef, Graf von Auersberg, 
war. Sie hat sich nicht erhalten, wie dieses an allen 
Orten der Fall ist, wo im Allgemeinen Industrie und 
Wohlstand herrschen, daher selbst die Armen eine des- 
sere Kost gewohnt sind, als diese Suppe, welcher man, 
meines Bedünkens, nirgends bedarf, als in den seltenen 
Zeiten wirklichen Mangels oder drückender Verdienst- 
losigkeit der ärmsten Volksclasse. In allen wohleinge- 
richteten Staaten kann solchen Personen, welche zur 
Arbeit noch tauglich sind, auch irgend eine Arbeit gege¬ 
ben werden, deren Verdienst ihnen auch eine bessere Kost 
verschafft, und für die wenigen, welche keine Arbeit 
mehr zu verrichten vermögen, ist überall Raum in mil¬ 
den Versorgungs-Anstalten. In Linz, dessen Fabriken 
in den neuern Zeiten so belebt wurden, daß sie iminer 
mehr Hände fordern, kann es, vor vielen andern Städten, 
nicht an Arbeit fehlen, sowie es der, durch vermehrte 
Industrie erhöhte Wohlstand der meisten Einwohner 
möglich macht, für die wenigen völlig Unvermögenden 
unter ihren Mitbürgern hinlänglich zu sorgen. Nicht 
nur hier, sondern in mehreren der industriösesten Städte 
der Schweiz und Sachsens habe ich die Erfahrung ge- 
macht, daß die Rumfordischen Suppenanstalten nicht 
von Bestand waren. Der vornehmste Grund liegt wohl 
darin, daß das gemeine Volk einen Abscheu hat vor der 
Brühe aus Knochen, weil diese, so viel nährenden Stoff 
enthaltenden, Thcile des thierischen Körpers gewöhn¬ 
lich nur zum Futter sür die Hunde und andere Thiere 
dienen. Diesem Vorurtheile würde entgegen gearbeitet
        

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