Full text: Linz und seine Umgebungen

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andere, gleich schlecht denkende Personen, strengen die 
heranwachsenden Kinder, um sie mehr zu benützen, mit 
Arbeiten an, welche ihre Kräfte übersteigen, wodurch 
sie oft zu Krüppeln werden. Diesen Uebeln läßt sich 
allerdings vorbeugen, wenn man in der Auswahl der 
Verpfleger solcher, von der Welt verlassener Kinder, die 
nöthige Sorgfalt verwendet, an welcher es in Linz die 
Personen, welchen dieses Geschäft obliegt, ohne Zwei- 
fel nicht ermangeln lassen werden. 
Das Bürgerspital, welches nun den Nahmen 
Bürgerhof führt, und dem bürg. Apotheker zum weißen 
Adler auf dem Hauptplatze gehört, ist zu Privatwoh- 
nungen eingerichtet worden. Außer der Polizeydirection, 
dem Oberpostamte und der Vorstadt-Pfarrschule von 
St. Joseph befinden sich darin noch mehrere Wohn- 
parteyen. 
Linz hat kein allgemeines Krankenhaus, da für sei- 
nen nicht großen Umfang die Krankenhäuser der barm» 
herzigen Brüder und der Elifabethinerinnen hinreichend 
sind. In diese kommen die gewöhnlichen Kranken; mit 
ansteckenden Krankheiten Behaftete finden Verpflegung 
im Lazarethe. Die Unheilbaren, oder solche, deren 
ansteckende Krankheiten sehr langwierig sind, werden 
aus dem städtischen Lazareth, wie aus allen andern in 
Ober-Oesterreich, nach dem Siechenhause zu Münzbach 
gebracht. Dem Militär ist ein besonderes Lazareth vor 
der Stadt bestimmt. 
Zu dem Armeninstitut, wie es gegenwärtig 
besteht, stiftete unter der Regierung Josephs des II. ein 
Graf von Luequoi den beträchtlichsten Fond, welcher 
durch andere Zuflüsse vermehrt wurde, und noch fort* 
dauernd durch bestimmte Abgaben von Verlassenschaften 
Vermehrung erhält, dabey aber, wie an den meisten 
Orten, vornehmlich auf freywillige Beyträge rechnen 
muß, um den nöthigen Bedarf bestreiten zu können. 
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