Full text: Linz und seine Umgebungen

— 42 - 
Die Armen, welche Unterstützung erhalten, sind in vier 
Classen getheilt, und bekommen mehr oder weniger, nach ! 
dem Verhältnisse, wie sie mehr oder minder im Stande 
sind, mit Arbeit sich selbst noch etwas zu erwerben. Für 
di4 Witwen der Beamten besteht ein Fond, welcher 
aus bestimmten Beyträgen der Männer sich bildet, und 
woraus die Witwen Pensionen ziehen, _ | 
Das Pcnsions - Institut für Witwen und Waisen 
der Schullehrer in der Linzer-Diöcese verdient seiner 
Nothwendigkeit und des wohlthätigcn Planes desselben 
eine ehrenvolle Erwähnung. Die zwey Landschullehrer, 
Paul Steindl und Leonhard Schaufler, brachten die 
Gründung dieser Wohlthätigkeits-Anstalt höheren Orts 
in Anregung und milde Geschenke von weiland Sr. 
Majestät Franz I. und andern edlen Menschenfreunden, 
nebst den Einlagen und den Beyträgen der Schulleh- 
rer mit der Zeit zum wirklichen, statutenmäßigen Be- , 
stehen. Vier Stadtschullehrer verwalten und besorgen 
unentgeldlich die Instituts - Angelegenheiten unter der 
besonderen Aussicht des Schulen-Ober-Ausschers. Die 
Schullehrer pensioniren ihre Witwen und Waisen mit 
festgesetzten, jährlichen, eurrenten Beyträgen und mit 
den Interessen, welche aus dem seit dem Bestehen die- 
ses Institutes vom 1.1820 schon ziemlich hoch ange-- 
wachsenen Capitale abfallen. 
Das schon erwähnte k. k. Strafhaus im Aerarial- 
schlösse Nro. 125 wurde im Jahre 1811 von Baum- 
gartenberg nach Linz versetzt. Die geräumigen, lich- 
ten und gesunden Zimmer und Strafarreste, die ganze 
Einrichtung in dieser Anstalt, so wie die Sorge für 
männliche und weibliche Sträflinge überhaupt, läßt 
den humanen Zweck nicht verkennen, den der Staat 
hat, nähmlich: daß die hierher Verurtheilten nützlich 
beschäftigt, und in religiösen Grundsätzen hinlänglich 
belehrt werden, um gebessert in die menschliche Gesell-
        

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.