Full text: Linz und seine Umgebungen

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Haft, nähmlich das Sinken des Courses. Die meisten 
Lebensbedürfnisse stiegen nicht in demselben Verhält- 
nisse, wie der Conrs siel, obschon einige höhere Preise 
erreichten, als aus dem Course allein resnltiren konnten, 
z.B. der Wein, wobey ich mich jedoch nicht länger 
verweilen kann, weil eine umständliche Auseinander- 
setzung der Ursachen mehr Raum erforderte, als ich hier 
hckbe, und weil überdieß Discussionen solcher Art in 
eine kurze Beschreibung der Merkwürdigkeiten von Linz 
nicht gehören. Hier ist es genug zu bemerken, daß 
jene verhältnißmäßige Wohlfeilheit der Lebensbedurs- 
nisse die Fabriken in den Stand fetzte, den Arbeitslohn 
nicht so sehr zu erhöhen, als wenn man ihn ganz genau 
nach dem Course hätte berechnen müssen. Dieses, der 
Umstand, daß auch manche rohe Materialien und an- 
dere Fabriksbedürsmsse nicht immer im gleichen Maße 
mit dem Course stiegen, und die vervielfältigte Anwen- 
dung von Maschinen brachte die Fabriken Oesterreichs 
dahin, daß sie mit ausländischen gleiche Preise halten, 
sie zum Theil sogar niedriger stellten konnten, wozu m 
den neuesten Zeiten ebenfalls nicht wenig beytrug, daß 
in allen Ländern, außer Oesterreich, Baumwolle und 
Farbwaaren hohen Abgaben unterworfen wurden. 
Die kaiserlich - königliche Fabrik, welche alle Arten 
wollener Zeuge, Tücher, Casimir, Teppiche und bäum- 
wollene Tamis verfertigen läßt, steht allen übrigen 
billig voran; theils wegen des Umfanges ihrer Geschäfte, 
tbeils auch, weil sie die Pflanzstätte der Fabriken wurde, 
die aus ihr hervorgingen, und über Stadt und Land 
sich ausbreiteten. Zuerst eine kurze Geschichte ihrer Ent¬ 
stehung. Schon im Jahre 1672 erhielt ein Handels- 
mann zu Linz, Christian Sind, vom Kaiser Leopold I. 
die Crlaubniß, eine Fabrik von wollenen Zeugen zu er- 
richten. Zum Platze für dieselbe wurde ihm die östlich 
von Linz, nahe an der Donau, gelegene Spitalwiese
        

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