Full text: Linz und seine Umgebungen

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im Wöhrd oder Werder überlassen. Einige Zeit behaup- 
leten sie seine Erben, im Jahre 1716 kaufte sie von 
denselben das Armenhaus vor dein Schottenthore zu 
Wien, dessen Bewohner schon früher sich mit Spinnen 
für die Fabrik beschäftigten. Bon diesem gelangte sie 
1722 an die unter Carl dem VI. errichtete orientalische 
Compagnie, von welcher sie 1754 der Hos selbst über- 
nahm. Jetzt erst bekam die Fabrik festem Bestand und 
weitem Umtricb, und schon in demselben Hahre be- 
schästigte sie in Ober-Oesterreich 10 bis 12,000 Men¬ 
schen mit Kämmen, Kardätschen und der Spinnerey. 
Zu höherem Flor gelangte sie nach dem Jahre i 16b, 
wo der Hos die Einfuhr der ausländischen wollenen 
Zeuge verboth, zugleich aber auch die Fabrikatur dessel- 
ben für Jedermann im Lande srey erklärte, statt daß die 
Fabrik zuvor das Monopol gehabt hatte. 
Die Wirksamkeit der Fabrik verbreitete sich immer 
weiter; bis nach Böhmen und Mähren beschäftigte sie 
eine Menge Hände mit Spinnerey, und im Jahre 1780 
zählte sie überhaupt 26/000 Menschen, welche für sie 
arbeiteten. 
Lange Zeit beschränkte sich die Fabrik auf die Ver¬ 
fertigung der verschiedenen Arten wollener Zeuge; als 
aber der Wechsel der Mode solche immer mehr ver¬ 
drängte / sing sie an / auch Tuch und Casimir arbeiten 
zu lassen/ und etliche Jahre nachher richtete sie auch 
eine Teppichweberey ein, die nach dem Verfalle einer 
ähnlichen Fabrik in Berlin, während des französischen 
Krieges, größeren Umfang erhielt, und gegenwärtig 
23 Stühle zählt. Von der ausgezeichnet schönen Waa- 
re, welche sie liefert/ ist die einfachere, deren Dessin 
nur wenig Farben erfordert/ Fußärbeit/ wogegen die 
vielfarbigen auf Zugstühlen verfertigt werden, und oft 
zwölf und mehrere verschiedene Farben haben. Teppiche/ 
Tuch und Casimir sind die Artikel/ worin die Fabrik
        

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