Full text: Linz und seine Umgebungen

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denken einem jeden, und auch hier ist vieles näherer 
Beschauung Werth. Schön sind die Schermaschinen, 
durch welche die Arbeit sehr erleichtert wird, und die 
man im Lande selbst verfertigt. Carl Opsermann, vor- 
mahls Fabrikant in Brünn, machte die erste, und jetzt 
sind sie in den österreichischen Staaten ziemlich allge- 
mein; noch hat man es aber nicht dahin bringen können, 
inländische Scheren dazu anzuwenden, weil ihnen die 
Härte fehlt, durch welche sie die in Remscheid, Sohlin- 
gen und andern Orten des Westphalens verfertigten 
auszeichnen. Da Stevermark einen so trefflichen Stahl, 
die Stadt Steyr eine Menge guter Eisen - und Stahl- 
waaren liefert, deren Werth das Ausland anerkennt, 
läßt sich nicht zweifeln, daß daselbst auch so gute Sche- 
ren, als im Westphälischen gemacht werden könnten, 
wenn ein erfahrner Chemiker mit einem geschickten Werk- 
meister sich vereinigte, um zu ergründen, was bis jetzt 
noch ein Geheimnißist, solches aber der Natur der Sache 
nach nicht bleiben kann, nähmlich den gehörigen Grad 
der Härte des Stahles. 
Jetzt zurück zu den Merkwürdigkeiten der k. k. Fa- 
brik zu Linz. 
Bey dem Weben breiter Tücher, welche sonst nur 
zweymännisch gemacht werden konnten, wird mehren- 
theils der englische Schnellschütze gebraucht, durch wel- 
chen, weil er zugleich geschwinder arbeitet, an Arbeits- 
lohn beträchtlich erspart wird, obschon Tücher dieser Art 
bekanntlich nicht die Festigkeit des Einschlages erhalten, 
wie bey zweymännischer Arbeit. 
Die Fabrik besitzt mehrere Kalandern und Glänz- 
Maschinen, nebst andern Maschinen zum Drucken ver- 
schiedener Waaren. Statt der Preßspäne, welche auch 
im Lande verfertigt werden, bedient man sich neuerlich 
zur Glanzpresse dünner, geschlagener und polirter Ku¬ 
pferbleche, welche durch ihre längere Dauer reichlich 
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