Full text: Linz und seine Umgebungen

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der Fabrik/ von monopolistischen Grundsätzen weit ent» 
fernt. Manche thätige In- und Ausländer/ welche 
anfänglich in derselben oder für sie arbeiteten/ singen 
nach einiger Zeit ein eigenes Geschäft an/ und verbrei- 
teten dadurch den Gewerbsfleiß immer allgemeiner/ wur- 
den aber auch darin von der Regierung begünstigt. Diese 
ertheilt ohne Schwierigkeiten Concessionen zu Fabriken/ 
und statt sie, wie in manchen andern Ländern, mit ei- 
nem jährlichen Canon zu belegen / genießen die privile- 
girten, deren Besitzer / um sie von andern Fabrikanten 
auszuzeichnen/ Fabrikinhab er heißen/ noch beson- 
derer Borrechte und Freyheiten. 
An Fabrikanten in Wolle befinden sich in Linz noch 
mehrere. Ausgezeichnet sind hiervon zu nennen: die 
Gebrüder R ä d l e r in Betreff ihrer neu erbauten Baum- 
wollen - Spinnfabrik zu Kleinmünchen an der Traun, 
an welcher jeder Kunstkenner Interesse finden wird; 
IosephDierzer wegen seiner vorzüglichen Merinos- 
Erzeugung und seines ausgedehnten Handels mit sei- 
nen Producten. Von seiner neu erbauten Fabrik bey 
Gmunden mehr. 
Bedeutende Geschäfte machen auch manche der We- 
ber / welche von allen verschiedenen Gattungen in Linz 
nur eine Zunft bilden/ daher jedes Material/ welches 
sie wollen/ verarbeiten können, statt daß es an andern 
Orten besondere Seiden-/ Wollen- und Lein- oder 
Baumwollenweber gibt. Die Weber verfertigen in Lei- 
ncn und Baumwolle alle zu ihrem Gewerbe gehörigen 
Waaren/ als Kattune, Musselin, Wallis/ Piket, u. a. m./ 
welche sie weiß und unbereitet an Fabriken verkaufen. 
Die meisten dieser Weber sind in Linz oder in dem nahe 
bey Linz gelegenen Urfahr und überhaupt im Mühl- 
viertel, welche 50 bis 60 Stühle beschäftigen. Bey 
dieser Menge von weißer Waare fällt es auf den ersten 
Anblick auf, daß in Linz selbst keine Kattunfabriken 
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