Full text: Linz und seine Umgebungen

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ökonomischer Hinsicht Vorzüge vor vielen Ländern, nicht 
nur Oesterreichs, sondern auch anderer Staaten. Die 
Berge sind größtentheils angebauet, einige bis auf 
den Gipfel, und besonders wird die Obsteultur stark 
betrieben, doch überzeugt sich freylich jeder Sachkundige 
leicht, daß die Landwirthschaft im Allgemeinen noch 
weit hoher gebracht werden könnte, wenn die Abschaf- 
fung der Brache, der Anbau der Futterkräuter und die 
Stallfütterung allgemeiner würden, und mehrere dem 
vorleuchtenden Bcyspiele folgten, welches Einige hierin 
gegeben haben, das um so mehr zur Nachahmung reihen 
sollte, da die daraus erwachsenden Wortheile in die 
Augen fallen. 
Für Reisende, welche den Menschen zum vornehm- 
sten Gegenstande ihrer Beobachtungen machen, wird 
es gewiß sehr anziehend seyn, sich mit den Landleuten 
Ober - Oesterreichs etwas näher bekannt zu machen, 
und zu bemerken, daß sie, nebst den Tyrolern, Salz- 
burgern und Oberschwaben, den schweizerischen Bauern 
am nächsten kommen, den Hochsinn und andere Vor-, 
züge derselben besitzen, und manche Nationaleigenheiten 
mit ihnen theilen. Die oberösterreichischen Landleute 
haben überhaupt den Charakter der Gebirgsvölker, und 
genossen schon seit Jahrhunderten vieler Freyheit. 
Die reichsten Bauern heißen Meier oder Z e h e n U 
ner, welche letztere daher entständen, ~fttß schon vor 
langer Zeit manche Pfarrer den Zehnten für eine be- 
stimmte Summe einem ihrer Bauern überließen, der 
ihn nun statt ihrer erhebt, zum Theil auch mit Geld 
ablösen läßt. Die Güter dieser größern Bauern haben 
übrigens keine Vorrechte vor den kleinern. Ihre Be- 
sitzer werden nicht bey ihrem Nahmen, sondern Meier 
oder Zehentner von dem Hose genannt, dessen Eigen- 
thümer sie sind, und wovon die Gebäude in der Mitte 
der Güter liegen, zu welchen, außer reichen Obstpsian-
        

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