Full text: Linz und seine Umgebungen

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zungen, auch Holz und mehrentheils ein Teich gehört. 
Auch andere Bauern sind unter ihrem eigenen Nahmen 
weniger bekannt, als unter dem Nahmen ihres Gutes, 
das denselben, wenn auch nicht von seinem ersten, doch 
von^einem der ältesten Besitzer immer noch fortführt. 
"Große Dörfer findet man in Ober - Oesterreich sel¬ 
ten , aber eine Menge zerstreut liegender großer Höfe, 
in deren Nahe sich zum Theil verschiedene kleine Häuser 
befinden, bewohnt von Leuten, welche für den Besitzer 
des Hofes arbeiten. Diese Leute sind jedoch nicht seine 
Unterthanen; sie entrichten ihm nur Miethzins, und 
stehen übrigens mit ihm unter demselben Grundherrn. 
Die größten solcher Höfe haben an, auch wohl 
über 200 Joch Acker- und Wiesenland, ohne das Holz. 
Daß es unter den Besitzern dieser Höfe auch denkende 
Männer gibt, welche neuere Verbesserungen nicht aus 
Vorurcheil und Liebe zum Schlendrian der Vorfahren 
von sich weisen, bedarf wohl keiner Bemerkung. Der 
Meier in der Tanne, in der Florianischen Herrschaft, 
zeichnet sich unter den bessern Landwirthen vorzüglich 
aus. Sein großes, schön gebautes Haus, welches mit 
seiner trefflichen Wetterableitung, eher einem Schlosse 
gleicht, ist weniger merkwürdig, als die innern zweck- 
mäßigen ökonomischen Einrichtungen. 
Ein Fremder, welcher sich für Menschenkunde und 
Nationalität interefsirt, und gerne Bemerkungen macht, 
wie das vornehmste unserer Gewerbe, die Landwirth- 
schast, an verschiedenen Orten betrieben wird, muß Ge- 
legenheit suchen, durch einen Bekannten in einen solchen 
großen Bauernhof geführt zn werden, um dessen innere 
Einrichtung und feine Besitzer kennen zu lernen. Wirth 
und Wirthinn verbinden mit Geradheit und Herzlichkeit 
einen gewissen Anstand, welcher so erfreulich absticht 
gegen das kriechende Benehmen derjenigen Bauern in 
andern Ländern, deren Geist durch die Leibeigenschaft
        

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