Full text: Linz und seine Umgebungen

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für Passagiere nicht so bequem eingerichtet sind, wie 
die Rheinschiffe, jedoch biethen sie auch Bequemlichkei- 
ten dar, welche jeden nicht zu sehr verweichlichten Rei- 
senden befriedigen werden, und was allenfalls an Be¬ 
quemlichkeit abgeht, wird durch den höhern Reitz der 
Reise reichlich ersetzt, besonders zu einer Jahrszeit, wo 
die Natur in ihrer vollen Schönheit prangt, und die 
Landstraßen gewöhnlich mit Staub bedeckt sind, von 
dessen aufsteigenden Wolken der Reisende auch in dem 
bequemsten Wagen belästigt wird. Mit vielem Ver- 
gnügen sieht man dem Frühlinge d. I. 1827 entgegen, 
da mit dem frischen Aufleben der schönen Natur die 
Dampfschiff-Fahrt zwischen Linz und Wien ins Leben 
tritt. In 7 — 8 Stunden will man diese Fahrt ma- 
chen. Welche Kürze der Zeit! 
Die Ufer der Flüsse biethen im Allgemeinen schönere 
Ansichten dar, als die Landstraßen. Wey den Usern der 
Donau ist dieses vorzüglich der Fall. In mannigfal- 
tiger Abwechslung stellen sich emporstrebende Felsen, 
Hügel mit Holz bedeckt, andere mit Reben bekränzt, 
dazwischen lachende fruchtbare Thäler dem im Anschauen 
schwelgenden Blicke dar. Hier ziehen sich größere oder 
kleinere Ortschaften am User hin, dort erheben sich auf 
den Bergen Schlösser, die theils noch wohl erhalten 
und bewohnt sind, theils in Ruinen liegen, welche an 
die Vorzeit und an merkwürdige Ereignisse derselben 
erinnern; so z. B. Dürrenstein, wo Richard Löwen- 
herz gefangen saß. Auf andern Hügeln ruhen schöne 
Klöster, worunter sich Mölk und Göttweih vorzüglich 
auszeichnen. Alles dieses stellt sich dem Auge weit 
reitzender dar, als vom Lande gesehen, weil das allmäh- 
liche Hervorsteigen und Verschwinden der Ansichten et- 
was Zauberisches hat, das man auf keiner Landreise 
findet. 
Diese vielfältigen Reitze vollkommen zu genießen,
        

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