Full text: Linz und seine Umgebungen

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ist eS nothwendig, eine Specialkarte bey sich zu haben, 
weil die Schiffleute gewöhnlich nicht viel mehr kennen, 
als ihre Landungsplätze, oder so allgemein bekannte 
Orte, wie Maria Taferl, oder Molk durch seine Schon- 
heit, und man selten so glücklich ist, unter der Reise- 
geseAschaft Personen zu finden, welche mit der ganzen 
Gegend genau bekannt wären. Uebrigens gewährt diese 
Reisegesellschaft besondere Unterhaltung. Zwar ist sie 
sehr gemischt, wie auf allen Schiffen, doch Reisenden, 
welche Beobachtungen anstellen, das Volk und seine 
Sitten kennen lernen wollen, kann dieses nicht anders 
als angenehm feyn. Immer findet man unter der gan¬ 
zen Menge, vornehmlich in der Hütte oder Kajüte, ei- 
nen oder etliche, mit welchen man sich gut unterhalten, 
auch mit ihnen für die Mahlzeiten und das Nachtlager 
Gesellschaft machen kann. Quartier und Bewachung 
sind an den Orten am User der Donau nicht schlechter, 
als in denjenigen, über welche die Landstraße führt. 
Gefahr ist bey einer solchen Wasserreise auch nicht zu 
besorgen, und Unfälle ereignen sich auf der Donau 
nicht öfter als auf der Landstraße. Den Strudel und 
den Wirbel, beyde zwischen Grein und Strunt gelegen, 
und vormahls von den Schiffern gefürchtet, überschifft 
man jetzt ohne Besorgniß, seit Joseph II. die Felsen 
des Strudels so weit sprengen ließ/ als das Wasser er- 
laubte. Am gefährlichsten ist er noch bey seichtem Was- 
fer, wogegen der Wirbel bey hohem Wasser am stärksten 
wird. Bey seichtem ragen die Felsen des Strudels über 
die Wasserfläche hervor, daher sie um so leichter zu um> 
fahren sind. Nur ein ungeschickter oder unvorsichtiger 
Schiffsmann kann in dieselben hineinfahren, und auch 
dann beschränkt sich die Gefahr daraus, daß das Schiff 
stecken bleibt, und umgeladen werden muß, vielleicht 
auch ein Theil des Schnabels abbricht. Ich selbst war 
Zeuge eines solchen Ereignisses, während das Schiff,
        

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