Full text: Linz und seine Umgebungen

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vom Adel und von solchen Personen besucht, welche an 
der gemischten Gesellschaft auf Redouten keinen Ge- 
schmack finden. So vergnügend es auch einerseits war, 
auf den ehemahligen Kinderbällen Kinder vom niedrig» 
sten Alter bis an die Gränzlinie zum Jungfräulichen 
und Jünglingsalter sich im Saale herumdrehen zu sehen; 
so ist doch anderseits das Gute nicht zu läugnen, daß 
' man sie abschaffte. 
Außer diesen Gelegenheiten zu tanzen gibt es noch 
mehrere in mancherley Sälen, welche sich nach den ver¬ 
schiedenen Volksclassen bis zu der niedrigsten herunter 
abstufen. In dieser, der Freude gewidmeten Zeit tanzt 
alles, vornehmlich an den drey letzten Tagen des Fa- 
schings. Mehrere Familien, auch von der Clafse der 
gewerbetreibenden Bürger, geben Hausbälle, um sich 
in einem kleinen Zirkel näherer Bekannten ungezwun- 
gener freuen zu können, oder auch der gemischten Gesell- 
schast auszuweichen, die man auf jeder Redoute überall 
findet, und welche besonders den Strengern unter dem 
schönen Geschlechte anstößig ist, wogegen sie dem grö¬ 
ßeren Theile des männlichen einen Reitz mehr gewährt. 
Außer der Musik, welche zum Tanze gehört, der, 
welche die H. H. Obersten an den schönen Sommer- und 
Herbstabenden auf der Promenade veranstalten, und 
endlich der, welche im Prater an der Landstraße an 
den Sonn- und Feyertagen von der Musikbande des 
in Linz garnisonirenden Regimentes gehört werden kann, 
verdient noch eine andere einer rühmlichen und dankba- 
ren Erwähnung. Aloys Tommazolli, Weltprie- 
ster und öffentlicher Professor der italienischen Sprache 
am k. k. Lyceum, läßt an mehreren Sonn- und Fest- ' 
tagen von Dilettanten in seiner eigenen Wohnung Pn- 
vat - Concerte aufführen, wozu jeder Gebildete und 
Kunstliebhaber ohne Entröe Zutritt hat. Nur wenn 
sich bey diesen Concerten fremde, durchreisende Künstler
        

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