Full text: Linz und seine Umgebungen

- 79 - 
einer. Der Markt Urfahr zählt in 224 Häusern 2LN 
Einwohner. 
Nach verschiedenem Wechsel der Besitzer kam Ur- 
fahr in der ersten Hälfte des siebzehnten Jahrhunderts 
an die Familie Starhemberg, deren gräflicher Zweig 
es noch besitzt, und der Herrschaft Wildberg einverleibt 
hat, unter deren Pfleggericht der Flecken gehört, aber 
fein eigenes Marktgericht hat. Im Kriege 1809 litt er 
durch die Franzosen und ihre deutschen Bundesgenossen 
beträchtlichen Schaden. Ueber die Donau zu setzen, 
deren Brücke zum Theil abgebrannt war, forderten sie 
die Auslieferung der an das linke Ufer der Donau ge- 
brachten Schiffe. Da diese von der, zur Zeit des von 
dem Feinde noch nicht besetzten Mühlviertels obersten 
österreichischen Behörde desselben, dem Kreisamte, vocU 
ches in Linz ist, nothwendig verweigert werden mußte, 
beschossen sie am 5. May den Ort, in welchem einige 
dreyßig Häuser ein Raub der Flammen wurden. Von 
dieser Zeit an, bis nach den Gefechten am 17. May, 
deren Plan von österreichischer Seite so trefflich eombi- 
nirt war, wurden im Urfahr und den nächstgelegenen 
Ortschaften eine Menge Häuser niedergerissen, um zur 
Vertheidigung gegen erneuerte Angriffe schützendeSchan- 
zen anzulegen. Alle diese Ereignisse verursachten den un- 
glücklichen Cinwobnern einen Schaden, welcher durch 
gerichtliche Schätzung auf 1,326,261 Gulden berech¬ 
net worden ist. Bis auf wenige sind die zerstortmHäu- 
ser bereits wieder aus ihrem Schutte hervorgegangen. 
Etliche zunächst an der Brücke gestandene wurden rasirt, 
die zuvor allzu enge Passage zu erweitern. 
Obschon Urfahr in einem andern Gerichtsbezuke, 
und selbst in einem andern Viertel, dem Mühlviertel 
liegt, macht es doch in mancher Hinsicht eine Vorstadt 
von Linz, dem es jedoch an Schönheit weit nachsteht. 
Der größere Theil der Bevölkerung besteht aus Profes-
        

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.