Full text: Linz und seine Umgebungen

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geht man im Thale fort nach Buchenau, eine halbe 
Stunde von der Stadt entfernt. Die Ansichten sind 
hier noch schöner, als am rechten Ufer, auch erweitert 
sich das Thal etwas mehr, wenn man sich Buchenau 
nähert, wo ein vormahliges, dem Stifte Wilhering ge- 
höriges Schloß in eines der bessern Landwirthshäuser 
umgeschaffen ist. Aus den Zimmern desselben hat man 
die liebliche Ansicht des nächsten jenseitigen Ufers, mit 
schönem Holze bewachsen. Man überblickt den Strom 
und seine abwechselnden Ufer nach Westen und Osten 
ungefähr eine Stunde lang, und ficht nach Linz bis 
an das Schloß. Selten ist der Fluß leer von größern 
Schiffen; an Sonn- und Feyertagen ficht man aber 
besonders viele kleinere, auf welchen Gesellschaften aus 
allen Bolksclassen Lustfahrten machen, in der Fasten- 
zeit auch wohl die sromme Absicht haben, sich nach dem 
Calvarienberge übersctzcn zu lassen. 
Schöner in jeder Hinsicht und einladender für fol- 
che, welche Gegenden vorziehen, wo Kunst sich mit 
Natur vereinigt, ist der Spaziergang nach dem Au- 
Hof, einem dem Grafen Starhemberg gehörigen Gute. 
Nordöstlich wandelt man eine Weile dem Ufer der Do- 
nau entlang, an dessen entgegengesetzter Seite mehrere 
der vorzüglichsten Gebäude von Linz schon in das Auge 
fallen, besonders die kaiserliche Fabrik, die Wasser- 
caserne und das Bräuhaus. Die hügelige Gegend 
links und vorwärts nach Osten vervielfältigt die Ansich- 
ten. Nach einer Stunde gelangt man an den, aus 
wenig Häusern bestehenden Ort, dessen Garten von 
der Liberalität feines Besitzers dem öffentlichen Besuche 
geöffnet worden ist, und für Linz um so anziehender 
seyn muß, da man gar keine ähnliche Anlage in der 
Nähe hat. Zu einem vollständigen englischen Garten 
mangelt es ihm an Größe, doch ist seine Anlage so gut, 
daß er auch in dem größten eine der schönern Partien
        

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