Full text: Linz und seine Umgebungen

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Gegend zu überschauen. Die Fantasie schafft sich schon 
im voraus ein Bild davon, doch findet man die Erwar- 
tung noch weit übertroffen, und sich für die kleine Mühe 
des hie und da etwas beschwerlichen Weges reichlich be- 
lohnt, wenn man auf der Spitze des Hügels der weiten 
Umsicht genießt. Hier vorzüglich nimmt die Stadt sich 
gut aus, und man übersieht sie beynahe ganz. Daß 
der Weg nach diesem lieblichen Puncte nicht besser un- 
terhalten wird, ist um so ausfallender, da eine zahl- 
reiche Gemeinde in die Kirche eingepsarrt ist. Man be- 
greift kaum, wie die Todten auf diesen größten Theils 
verwitterten und ausgewaschenen Stiegen fortgebracht 
werden können. Wie wenig würde es der ganzen Ge- 
meinhe kosten, einen bequemern Weg anzulegen! 
Bey Magdalena ist der Eingang zu dem bis jeu- 
feits des Pöstlingberges sich fortziehenden Haselgr a- 
b e n, worin man viele pittoreske Ansichten findet. Auch 
er belohnt reichlich für einige Beschwerlichkeiten desWe- 
ges, und die Berge und Felsen, durch welche der Hasel- 
dach oft mit der gewöhnlichen Wildheit der Waldströme 
rauscht, bilden einige Partien, welche sich dem Grotes- 
ken nähern. 
Nahe bey der Stadt hat man noch eine schöne Aus- 
ficht im Wirthshause der Starhembergischen Ortschaft 
Hagen. Aon der Donaubrücke links gewendet und 
im Urfahr dem ersten Fahrwege folgend, welcher rechts 
führt, kömmt man in einer Viertelstunde dahin. Auch 
hier präsentirt sich Linz recht gut, doch wird ein Theil 
davon durch den Schloßberg versteckt. Steigt man vom 
Wirthshause in Hagen nach dem dasigen Schlosse hin- 
auf, so wird die Aussicht immer mannigfaltiger, und 
dieses, obfchon auf einer Seite geschlossen, um so mehr, 
je näher man dem Pöstlingberge kömmt. Auf dem Gi- 
pfel dieses Berges legten im Jahre 1809 die Feinde 
Schanzen an, und schlugen das Holz nieder, womit
        

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