Full text: Das Stilisieren der Thier- und Menschen-Formen

Allgemeine Bemerkungen. 
Wir werden es hier nicht nur mit der Besprechung 
der neutralen Felder zu thun haben, sondern werden 
insbesondere auch jene selbständigen Reproductionen des 
Menschen in Betracht ziehen müssen,, welche in engen 
Beziehungen zur Architektur stehen, wie dies insbesondere 
bei den Statuen der Fall ist. 
Dabei werden uns namentlich die Göttergestalten 
interessieren, weil sich an diesen das höchste Streben nach 
vollkommen künstlerischer Durchbildung am meisten be­ 
merkbar macht und weil die Götter im Alterthum die 
wichtigsten Objecte der statuarischen Kunst bildeten. 
Völker, welche auf einer geringen Culturstufe stehen, 
geben ihren Göttern nicht die menschliche Gestalt, ihre 
Phantasie ist auf das Ungeheuerliche und Schreckhafte 
gerichtet, weshalb sie ihre Götter zu colossalen und fratzen­ 
haften Gebilden umzugestalten suchen. Allerdings haben 
sie aber auch nicht das Vermögen die menschliche Gestalt 
naturwahr oder schön zu bilden, weshalb sie ihren Sculp- 
turen auf andere Weise Bedeutung und Anerkennung zu 
verschaffen suchen. 
Die weiter vorgeschrittenen Völker des Alterthumes 
pflegten dann wohl ihren Göttern die Menschengestalt zu 
geben, soweit dies ihr künstlerisches Können zuliess, immer
        

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