Full text: Das Stilisieren der Thier- und Menschen-Formen

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zwar insbesondere in den Quadrigen, dieses sind mit vier 
Kossen bespannte Siegeswagen, welche als oberster Abschluss 
an monumentalen Bauwerken angebracht zu werden pflegten 
und zwar dort, wo der Sieg und die Triumphe hervor­ 
ragender Personen veranschaulicht werden sollten. 
Derartige Wägen wurden im tödtlichen Streite, bei 
Kampfspielen und bei Triumphzügen, sowohl in Griechenland 
als in Rom verwendet, es sind kleine, niedrige Wägen, die auf 
zwei Rädern ruhen, nach hinten zu offen, zeigen sie nach 
vorne eine oft reich verzierte Brustwehr. Im Kampfe 
befand sich zumeist der Rosselenker und der kämpfende 
Held auf dem Wagen, zuweilen übernahm auch eine Person 
beide Thätigkeiten, der Wagen selbst wird zumeist von 
vier Rossen gezogen (Quadriga), zuweilen erscheinen auch 
nur drei Pferde vorgespannt (Triga). Das bekannteste 
Beispiel ist die colossale Quadriga auf dem Mausoleum 
von Halikarnass, die sich in mehreren Bruchstücken er­ 
halten hat. 
Die übrige Thierwelt ist nur spärlich vertreten, zu 
nennen wäre noch der Adler, die Eule (das Wahrzeichen 
Athens, in Begleitung der Göttin Athenae und auch auf 
Münzen häufig vorkommend), die Gans, der Stiei\ die Eidechse 
u. s. w., doch zeigt die Art ihrer Anwendung kaum einige 
Beziehung zur Architektur. 
Die hervorragendste Stellung aber unter den belebten 
Wesen nimmt in der griechischen Kunst die menschliche 
Gestalt, ein, wir können dieselbe natürlich hier bloss als 
Ornament betrachten in ihren näheren und directeren Be­ 
ziehungen zur Architektur mit vollständigem Ausschluss 
eines Eingehens in die griechische Plastik als solche. 
Der Fries und das Giebelfeld sind die wesentlichsten 
Theile, die liguralen Schmuck erhalten. Da wir es in
        

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