Full text: Das Stilisieren der Thier- und Menschen-Formen

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Kentaurenkämpfe in den Metopen dargestellt (Vergl. Fig. 90), 
während der Fries der Cellawand in massigem Relief und 
in fortlaufenden Darstellungen uns den Festzug der Pan- 
athenäen vorführt. (Fig. 92.) Diese so sehr verschiedene 
Höhe des Reliefs hat aber auch ihre volle Berechtigung, 
aussen verlangt die grosse plastische Durchbildung der 
dorischen Tempelarchitektur auch eine kräftige plastische 
Behandlung des figuralen Theiles, während die Cellawand, 
die bei den Griechen bloss als raumabschliessend galt und 
zumeist als Fläche behandelt wurde, eine sehr kräftige 
Plastik nicht verträgt, ausserdem muss berücksichtigt werden, 
dass die Sculpturen der Metopen darauf berechnet waren, 
auch von Weitem zu wirken, während die plastischen Werke 
der Cellawand doch nur für eine Besichtigung aus der Nähe 
berechnet sein konnten und schliesslich muss bemerkt werden, 
dass gerade der Contrast dieser sehr verschiedenen Höhe 
des Reliefs die gegenseitige Wirkung nur heben konnte. 
Wenn wir noch einen Rückblick auf die neutralen Felder 
griechischer Bauwerke werfen, so werden wir sagen müssen, 
dass in keinem Stile die scharfe Trennung der structiven 
und neutralen Theile so entschieden ausgesprochen auf- 
tritt, wie im griechischen, denn während die structiven 
Formen der Architektur ihre Motive fast ausschliesslich aus 
dem Pflanzenreiche und den ersten Producten der mensch­ 
lichen Thätigkeit ableiten, sind die neutralen Felder ebenso 
ausschliesslich mit figuralen Compositionen und zwar zumeist 
mit den hervorragendsten Darstellungen aus der griechischen 
Götter- und Heroenwelt geschmückt. 
Auch in der griechischen Kleinkunst werden die neu­ 
tralen Felder mit Vorliebe mit animalischen und mensch­ 
lichen Formen verziert, wir werden hier aber einen wesent­ 
lichen Unterschied machen müssen zwischen den Werken
        

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