Full text: Das Stilisieren der Thier- und Menschen-Formen

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von Schliemann in Mykenae ausgegrabenen goldenen Schmuck­ 
sachen vor, die häufig die Form von zwei Thieren annehmen, 
in streng symmetrischer Anordnung. (Fig. 94.) Ausserdem muss 
die zonenartige Aneinanderreihung der einzelnen Thiere 
unsere Aufmerksamkeit erregen, wie wir dies namentlich 
an Fig. 93 sehen. Dies wird sich wesentlich durch den Um­ 
stand erklären lassen, dass entweder die Werke selbst, oder 
wenigstens ihre Vorbilder getriebenes Metallblech gewesen, 
welches am zweckmässigsten in Streifen bearbeitet wird, 
um dann leicht durch Falzen oder Nieten miteinander 
verbunden werden zu können und in der That in den alten 
Zeiten in dieser Weise zu einem Ganzen vereinigt wurde. 
Dieselben Zonen mit chimärischen Thiergebilden finden 
sich namentlich' auch auf altgriechischen (archaischen) Ge- 
fässen (Fig. 95), während die Gefässe der guten und besten 
Zeit das neutrale Thierornament verlassen und zu Dar­ 
stellungen des Menschen übergehen (Fig. 96), dann befindet 
sich zumeist auf dem Mitteltheil des Gefässes nur ein einziges 
Feld, das nach Oben und Unten durch ringsherum laufende 
Bandornamente begrenzt erscheint. Zuweilen wird auch 
bloss ein Theil des Gefässbauches durch einen Rahmen vom 
Übrigen getrennt und durch figurale Darstellungen aus­ 
gezeichnet. Die Figuren sind in der Regel roth auf schwarzen 
Grund (Fig. 96) oder schwarz auf rothen Grund gezeichnet 
(Fig. 95).
        

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