Full text: Das Stilisieren der Thier- und Menschen-Formen

152 
strengen architektonischen Gesetzen unterliegen dürfen, und 
der Umstand, dass der Beschauer die oberen Friestheile 
nicht mehr zu sehen vermag, 
schadet insofern nicht, als trotz­ 
dem in demselben der Eindruck 
eines grösseren decorativen 
Reichthumes hervorgerufen wird. 
(Fig. 102.) Der Grundgedanke 
dieser Triumphalsäulen ist ein 
sehr alter und wurzelt in der 
Stele, welche eben nichts anderes 
ist, als eine Säule, die in keinem 
architektonischen Verbände steht 
und den Zweck hat einen Gegen­ 
stand: ein Weihgeschenk, eine 
Vase, einen Dreifuss aufzustellen. 
Die Triumphalsäule ist demnach 
eine Wiedergeburt der Stele, sie 
wurde aber in römischer Zeit, 
namentlich bei den Triumphbögen 
und anderen Bauten bald wieder 
in einem Zusammenhange mit 
der Architektur gebracht, liier 
sind es nämlich vortretende 
Säulen mit verknöpftem Gebälke, 
.. welche keinen Architekturtheil zu 
rig. 102. 
Die Trajansiiule in Rom, tragen haben, sondern zumeist 
(Kunsth. Bg.) Statuen, dadurch wird dieses 
Bauglied zu einem Mittelding zwischen einer Säule im 
architektonischen Verbände und einer Stele. (Vergl. Fig. 99.) 
Statuen sind überhaupt ein in Rom viel gebrauchtes 
Decorationsmittel gewesen und wurden oft in verschwende-
        

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.