Full text: Das Stilisieren der Thier- und Menschen-Formen

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welcher nach unten zu in Blattwerk endigte (Fig. 132), dabei 
war der Übergang aus dem Menschlichen in das Pflanzen­ 
geranke ein so allmäbliger und na­ 
türlicher, dass der Beschauer den 
Eindruck eines organischen Wesens 
vor sich hatte. Dieses Motiv, das wir 
bereits in der römischen Ornamentik 
getroffen haben, erfreute sich nicht nur 
^ in der Frühperiode der Renaissance, 
§ sondern auch später und namentlich 
in der Barockzeit häutiger Amven- 
« 
g dung. Andere Anordnungen sind 
folgende: ln der Mitte des Frieses 
befindet sich ein neutraler Gegen­ 
stand, ein Kandelaber, ein Medaillon, 
'S eine Yase u. dgl., an diesen schliessen 
. a sich rechts und links gleichartig ge- 
co- K~i 
s c- bildete thierische, menschliche oder 
§* chimärische Formen an, die Zahl der 
verschiedenen Motive ist dabei aller- 
g dings eine sehr bedeutende, neben 
« Frauen- und Kinder-Gestalten kommen 
CO i Greifen, Delphine, Widder u. s. w. vor, 
£ welche Formen auf geschickte Weise 
in das eigentliche Pflanzengeranke 
übergehen. (Fig. 133.) Im weiteren 
Verlauf des Pflanzenwerkes findet 
man nicht selten Vögel auf einem 
Zweig sitzen (Fig. 132) und an einer 
Traube picken, oder es sind Schlangen 
dargestellt, die gleichsam im Gebüsch vorbei huschen und 
im ornamentalen Geranke eine leere Stelle entsprechend
        

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